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Tagblatt Online
4. Januar 2016, 06:55 Uhr

Eine Skatesaison ohne Ende

Nicht mehr nur auf der Kreuzbleiche: Im Winter können Skater auch an der Haggenstrasse 45 trainieren. Zoom

Nicht mehr nur auf der Kreuzbleiche: Im Winter können Skater auch an der Haggenstrasse 45 trainieren. (Bild: pd)

ST.GALLEN. Am 16. Januar eröffnet in Bruggen eine neue Anlage für Skateboarder. Damit können sie im Winter erstmals überdacht trainieren, was in der Stadt schon lange einem Bedürfnis entspricht. Nach drei Monaten zügeln sie aber wieder ins Freie.

ROGER BERHALTER

Auch die Skateboarder hatten in den vergangenen Wochen Wetterglück. Sie konnten ihren Park auf der Kreuzbleiche länger als üblich benutzen; selbst in den Weihnachtsferien trainierten dort noch täglich Dutzende Jugendliche ihre Tricks unter freiem Himmel. Klar ist aber auch: Sobald Schnee fällt, ist die Skate-saison vorbei. Bis jetzt gab es für Skateboarder in der Stadt keine überdachte Trainingsmöglichkeit. «Das entspricht schon lange einem Bedürfnis», sagt Menno Labruyère vom Jugendsekretariat. Die nächste grössere Indoor-Skateanlage befinde sich in Zürich, weshalb einige St.Galler Skater im Winter notgedrungen auf Tiefgaragen auswichen – und nicht selten wieder vertrieben würden. «Viele sitzen auch einfach zu Hause und langweilen sich», sagt Labruyère.

Das soll in diesem Winter anders sein: Am 16. Januar um 14 Uhr eröffnet an der Haggenstrasse 45 in Bruggen eine Indoor-Skateranlage. Sie ist bis zum 9. April jeweils am Dienstag und Donnerstag von 17 bis 21.30 Uhr sowie am Samstag von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Sie befindet sich beim Bahnhof Haggen in einem leerstehenden Geschäftsgebäude, das der Stadt gehört.

Elemente aus Holz und Metall

Menno Labruyère vom Jugendsekretariat hat die Projektleitung übernommen, doch man biete nur Hand, wo es nötig sei und überlasse möglichst viel den Jugendlichen selber. Um ihre Skateanlage an der Haggenstrasse zu planen und einzurichten, hat sich eine jugendliche Betriebsgruppe gegründet. Die Skater bauen sich die nötigen Elemente aus Holz und Metall selber und tauschen sich über Facebook und WhatsApp schon rege über die neue Trainingsanlage aus. «Sie machen vieles selbständig und sind sehr motiviert bei der Sache», sagt Labruyère.

Bis jetzt wurden vor allem Pläne geschmiedet, Ideen gewälzt und ein Konzept geschrieben. Doch jetzt wird die Skate-anlage konkret. Diese Woche ist Schlüsselübergabe, und die Jugendlichen beginnen vor Ort mit dem Aufbau, damit die Anlage bis zum 16. Januar fertig wird. Sie ist in einer Lagerhalle im ersten Stock vorgesehen. Falls es zu Lärmproblemen kommen sollte – im dritten Stock befindet sich noch eine Wohnung – hat man laut Labruyère aber die Möglichkeit, in den Keller auszuweichen.

2017 zieht die Verwaltung ein

So oder so ist die Skateanlage nur eine Zwischennutzung, die bis zum 9. April dauert. Denn schon länger ist klar, dass im Jahr 2017 die Sozialen Dienste der Stadt in das Gebäude einziehen werden. Mitte 2016 soll ein konkretes Umbauprojekt vorliegen.

Die Skater sind also nur für drei Monate zu Gast, deshalb spricht Menno Labruyère auch von einer einfachen Lösung mit mobilen Elementen. «Ein Skatepark ist mit hohen Kosten verbunden und müsste fix installiert werden. Das ist an diesem Standort gar nicht möglich.» Die Idee mit der Skateanlage sei «relativ spontan» entstanden, und man versuche die Finanzen so tief wie möglich zu halten. Das Liegenschaftenamt sei dem Projekt gegenüber sehr offen. Es stellt die Räume dem Jugendsekretariat aber nicht gratis, sondern gegen eine Miete zur Verfügung.

Keine Konkurrenz zum Park

Es sei von Anfang an die Idee gewesen, dass die Skater im Frühling wieder ausziehen und wieder an der frischen Luft trainieren. Das ist laut Menno Labruyère auch kein Problem, im Gegenteil: «Die Skateanlage auf der Kreuzbleiche ist wunderbar», sagt er, der auch selber gerne aufs Skateboard steigt. «Die Indooranlage soll auf keinen Fall eine Konkurrenz zum Skatepark sein.»



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