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Tagblatt Online
24. Dezember 2015, 10:18 Uhr

Ein fahrendes Feuerwehrdepot

ST.GALLEN. Die St.Galler Berufsfeuerwehr hat ein neues Tanklöschfahrzeug erhalten. Es wird eingesetzt bei der Erstversorgung bei Ernstfällen und nimmt deshalb eine wichtige Rolle im Fuhrpark ein. Selbst die Autonummer genügt höchsten Ansprüchen.

IVES BRUGGMANN

Pünktlich zu Weihnachten, so macht es den Anschein, hat die Berufsfeuerwehr St.Gallen ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF) erhalten. Doch, dass das neue Feuerwehrauto gerade jetzt im Dezember eingetroffen ist, sei reiner Zufall, sagt der zuständige Stabsoffizier Marco Eggenberger. «Das hängt von vielen Faktoren ab», sagt er. Dieses Fahrzeug hätten sie angeschafft, weil ein anderes ersetzt werden musste. Stolz auf das neue Tanklöschfahrzeug ist man bei der Feuerwehr dennoch. «Das ist sozusagen ein fahrendes Feuerwehrdepot», sagt Kommandant Walter Bruderer. Dieses Fahrzeug sei für die Erstversorgung vor Ort zuständig und nehme deswegen einen wichtigen Platz ein.

Viele Wünsche der Feuerwehr

Das einzige, was bei diesem Gefährt serienmässig ist, sei das Fahrgestell. Der Innenausbau zum Beispiel wurde nach den Bedürfnissen der Feuerwehr gestaltet. Die Ausstattung des Mercedes-Lastwagens liest sich in der Tat wie ein wandelndes Feuerwehrdepot: Feuerwehrpumpe, Druckzumischsystem für die Zumischung von Schaum, Tanks für 2000 Liter Wasser und 300 Liter Schaum, abnehmbarer Wasserwerfer, vierplätzige Mannschaftskabine, Generator, acht Scheinwerfer und zwei Hochleistungslüfter, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Zu all dem kommen noch drei weitere ungewöhnliche Eigenheiten hinzu: Das Fahrzeug trägt die Autonummer «SG 1», ist nur 2,4 anstatt 2,5 Meter breit, und hat einen kurzen Radstand. Zur ersten Autonummer im Kanton kam das Feuerwehrauto, weil die Nummer des ausrangierten Vorgängers frei wurde. Die zehn Zentimeter geringere Breite sorgt in Kombination mit dem geringen Abstand zwischen den beiden Achsen dafür, dass sich das Auto in den Gassen besser fortbewegen kann und wendiger ist. «Es muss nicht immer alles noch grösser und noch ausgefallener sein», sagt der Kommandant. Funktionieren müsse es.

Ohne Grössenwahn

Die Entwicklung gehe eher weg vom Grössenwahn. Man achte darauf, effizient zu sein. «Wir stellen uns immer die Frage: Würden wir uns das privat auch kaufen?», sagt Bruderer. 550 000 Franken kostet das neue Tanklöschfahrzeug mit allen Zusatzteilen. Der Lastwagen alleine macht 150 000 Franken aus, alles andere gehört zur Ausstattung der Feuerwehr. Von den Gesamtkosten übernimmt der Kanton mehr als die Hälfte. Den Rest bezahlt die Stadt St. Gallen. Beiträge leisten auch Untereggen und Tübach, weil sie zum Einzugsgebiet gehören.

Ebendieses Gebiet profitiert vom neuen Feuerwehrauto, das innerhalb von zwölf bis 20 Minuten nach dem Notruf vor Ort ist. Die Lebensdauer eines solchen Tanklöschfahrzeuges beträgt ungefähr 20 Jahre. Und das bei rund 6000 Fahrkilometern jährlich.

Zuerst steht es rund zehn Jahre bei der Berufs- und dann nochmals so lange bei der Milizfeuerwehr in St.Gallen im Einsatz. Insgesamt stehen bei der Berufsfeuerwehr 14 Fahrzeuge sowie ein Motorrad im Fuhrpark. Bei der Milizfeuerwehr sind es deren 17.

Bald neue Autodrehleiter

Wenn es brennt, sei es entscheidend, dass die Fahrzeuge funktionieren. «Immerhin hängen im Ernstfall Menschenleben davon ab», sagt Eggenberger. Auch deshalb blickt man bei der Feuerwehr immer vorausschauend in die Zukunft, denn eine Fahrzeugbestellung benötige in etwa ein Jahr Vorlaufzeit. «Wir beispielsweise wissen jetzt schon, dass wir Mitte Jahr eine neue Autodrehleiter erhalten. Darauf freuen wir uns», sagt Eggenberger. Die Bewohner der Stadt St.Gallen wären aber sicher nicht böse, wenn sie nur in Übungen zum Einsatz käme.



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