Tagblatt Online, 31. Januar 2012 08:02:00
Ein einziger Hitzetag im wärmsten Jahr
Kein Badiwetter: Das Schwimmbad Rotmonten bleibt Ende Juli leer. (Bild: Urs Jaudas)
ST.GALLEN. Rekordwärme im Frühling, Unwetter im Sommer und Trockenheit im Herbst: 2011 schlug das Wetter auch in der Stadt St.Gallen Kapriolen.
Was das Wetter betrifft, war 2011 ein Rekordjahr. Gesamtschweizerisch handelt es sich um das wärmste Jahr seit Messbeginn 1864, wie Meteo Schweiz meldet. Durchschnittlich war es zwei Grad zu warm – auch in der Stadt St. Gallen. Hier wurde ein Jahresmittel von 9,4 Grad erreicht. Und es war ein extrem sonniges Jahr. In der Stadt wurden anderthalb mal so viele Sonnenstunden wie im langjährigen Mittel gezählt, wie Stephan Bader, Klimatologe bei Meteo Schweiz, sagt.
April bringt den Sommer
Das Jahr begann mild und wurde immer milder. Der Frühling 2011 war der wärmste, der seit 150 Jahren registriert wurde. Bereits Anfang April brachten subtropische Luftmassen den Sommer, und das Thermometer kletterte auch in der Ostschweiz auf 25 Grad. Es war nicht nur sehr warm für diese Jahreszeit, sondern auch überdurchschnittlich sonnig und trocken. Ab Anfang Mai herrschte deshalb in der ganzen Schweiz für längere Zeit Waldbrandgefahr.
Nach dem sonnenverwöhnten Frühling zeigte sich der Sommer von der nassen Seite. Der Juni war wechselhaft, der Juli ungewöhnlich kühl – so kühl, wie seit elf Jahren nicht mehr. Er brachte es auf Durchschnittstemperaturen von gerade einmal 14,9 Grad. Der Tagestiefstwert lag bei 7,6 Grad. Lokal gingen heftige Gewitter nieder. Am 10. Juli fegte ein Unwetter über die Ostschweiz, von dem Herisau stark betroffen war. In St. Gallen musste die Feuerwehr an 50 Schadensplätze ausrücken, an so viele wie seit vier Jahren nicht mehr.
Erst Mitte August kehrte der Hochsommer zurück. Auch wenn 2011 als bisher wärmstes Jahr in die Geschichte eingeht, so war es nicht gerade reich an Hitzetagen. Am 26. August stieg das Thermometer auf 30,3 Grad und knackte damit die 30-Grad-Marke zum ersten und einzigen Mal im 2011.
Kaum ein Tropfen im November
Rekordtrockenheit und Rekordwärme brachte dann der November. Von Mitte Oktober bis Ende November wurde auf dem Säntis kein einziger Regentropfen registriert. Und in St. Gallen fiel im November gerade einmal ein Prozent der sonst üblichen Niederschlagsmenge. Der erste Schnee fiel in der Stadt am 6. Dezember.
Was die Niederschlagsmenge in der Stadt betrifft, war 2011 ein Durchschnittsjahr: Vor allem die zweite Dezemberhälfte sei sehr feucht gewesen, heisst es bei Meteo Schweiz. (cw)
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