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Tagblatt Online
4. Februar 2016, 07:25 Uhr

Ein Zeuge der Stadterweiterung

Sichtbare Erweiterungen, markante Terrasse: Das Haus Magnihalden 14 nach der Renovation. Zoom

Sichtbare Erweiterungen, markante Terrasse: Das Haus Magnihalden 14 nach der Renovation. (Bild: Bilder: pd)

ST.GALLEN. Das im Privatbesitz befindliche Haus Magnihalden 14 ist in den letzten Monaten einer sanften Renovation unterzogen worden. Dabei blieb die Einteilung der Räume mit dem Treppenhaus als zentralem Element erhalten.

BEDA HANIMANN

Der Blick über das Plätzchen neben der St. Mangenkirche, von der ehemaligen Käsehalle in Richtung Osten, macht es schnell klar. Diese Häusergruppe zwischen Magnihalden und Goliathgasse ist nicht als architektonischer Wurf aus einer Hand entstanden. Da drängen sich einige Häuser eng aneinander, jedes sucht für sich nach Luft und Licht.

Ein besonders hübsches Detail ist am Haus Magnihalden 14 zu beobachten, das jetzt renoviert wurde: Seine Südwestecke ist in den unteren Stockwerken abgeschrägt. Dadurch blieben zwei Fenster des offensichtlich älteren, südlich angebauten Hauses frei. Ein altes Servitut verlangte diesen Trick als Bedingung, dass so nahe gebaut werden durfte.

Ein neuer Stadtteil entsteht

Entstanden ist das ganze Geviert vor gut 500 Jahren im Zuge der Vergrösserung der befestigten Stadt, deren Nordgrenze bis 1460 über den Bohl verlief. Eigentlich wäre die Vorstadt vor dem Spisertor «vor allem berufen gewesen, zu einem Teil des bewehrten Bezirkes zu werden, da sie an der Einmündung der Reichsstrasse in die Stadt lag», schreibt Erwin Poeschel im Standardwerk «Die Kunstdenkmäler des Kantons St. Gallen». Für die sogenannte Irer Vorstadt im Nordosten habe man sich wohl unter anderem entschieden, weil hier bereits Gotteshäuser standen, «die als Kristallisationskerne dienen konnten»: die 898 gestiftete St. Mangenkirche und das 1228 gegründete Kloster St. Katharinen.

Aufstockung in Etappen

Der Kernbau des Hauses Magnihalden 14 datiert von 1507, wie Niklaus Ledergerber von der städtischen Denkmalpflege ausführt, welche die jüngste Renovation begleitet hat. Von dieser auf die spätgotische Zeit zurückgehenden Bausubstanz sei allerdings kaum mehr etwas vorhanden ausser Teilen des Fundaments. Auf diesem wurde 1628 eine neue Fachwerkkonstruktion errichtet. In der Folge wurde das Haus, das laut Ledergerber zeitweise auch als Pfarrhaus der St. Mangenkirche diente, in verschiedenen Etappen umgebaut und erweitert.

1696 erfolgte eine erste Teilaufstockung, 1770 eine weitere. 1911 wurde als letzter grösserer baulicher Eingriff auf das tiefer liegende nordseitige Schrägdach eine Terrasse aus Stahl und Bretterboden aufgesetzt. Eine für St. Gallen typische Methode der Raumgewinnung. Frühe Flugaufnahmen von Walter Mittelholzer dokumentieren auf zahlreichen Giebelhäusern der Altstadt solche aufgesetzten Terrassengerüste – die damals natürlich nicht für Mussestunden der sonnenhungrigen Bewohner gedacht waren, sondern dem Aufhängen der Wäsche dienten. Aus statischen Gründen musste die Terrasse, die Bestandesgarantie hatte, bei der Renovation vollständig ersetzt werden.

Stimmige Kleinteiligkeit

Die in den letzten Monaten realisierte Sanierung baut weitgehend auf dem Bestehenden auf. Zwar wurde die Gelegenheit genutzt, neue Nasszellen einzubauen und Fenster, die heutigen Energiestandards gerecht werden; die Einteilung mit Atelier- bzw. Büronutzung im Erdgeschoss und zwei Wohnungen in den drei Obergeschossen aber blieb erhalten, ebenso das Treppenhaus als Zentrum des einstigen Mehrgenerationenhauses. Das Gebäude mit den bis heute sichtbaren Erweiterungsschritten und abgewinkelter Baulinie passe in seiner Kleinteiligkeit gut ins Erscheinungsbild des Platzes, heisst es in einer Dokumentation der Denkmalpflege.



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Thalassos (04. Februar 2016, 13:31)
Das Haus meiner Jugendajhre.

In diesem Haus bin ich aufgewachsen. Ich meine, meine Eltern haben es 1948 gekauft (so ganz sicher bin ich nicht). Im Alter von 19 Jahren bin ich dann ausgezogen, um die Welt zu erobern. Eine wunderbare Jugendzeit habe ich da erlebt, als es noch St. Magnihalden hiess. Lärmige Spiele mit Blechdosen auf dem damals noch autofreien Platz, Viele Kinder waren im Quartier wohnhaft, im Sommer planschte man im Wiboradabrunnen.
Danke für den Beitrag, danke für die Erinnerung.

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