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Tagblatt Online, 30. Juni 2010 01:01:13

Ein Haus fürs Solinetz

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Soll zum Solidaritätshaus werden: Das ehemalige Kinderhort-Gebäude an der Fidesstrasse 1. (Bild: Bild: Urs Bucher)

Das Solidaritätsnetz Ostschweiz möchte mit dem Solidaritätshaus in St. Fiden einen Ort der Begegnungen schaffen. Die Stadt vermietet das Gebäude, das Solinetz plant einen Umbau.

Malolo Kessler

Es soll ein Treffpunkt für Flüchtlinge und St. Galler werden, für Angehörige verschiedener Kulturen und Religionen, für Jung und Alt. Vor über zwei Jahren kam innerhalb des Solidaritätsnetzes Ostschweiz die Idee auf, ein Solidaritätshaus in der Stadt zu eröffnen. Seit Anfang des vergangenen Jahres kümmert sich eine Arbeitsgruppe um das Projekt, im März dieses Jahres wurde dann der Trägerverein Solidaritätshaus gegründet. Nun konnte ein passender Standort für das Haus gefunden werden. Dies geht aus der Beantwortung einer Einfachen Anfrage hervor.

Ehemaliges Hort-Gebäude

Darin stellte SVP-Stadtparlamentarier René Frommenwiler die Frage, ob die Stadt dem Solidaritätsnetz eine Liegenschaft für die Einrichtung eines Solidaritätshauses verkaufen würde. Dies, weil das Haus eine gewisse Grösse haben müsse.

Der Stadtrat verneint das in seiner Antwort. Allerdings sei vorgesehen, dem Solinetz das Gebäude an der Fidesstrasse 1, ein ehemaliges Kinderhort-Gebäude, zu einem «üblichen Mietzins» zu vermieten. Das Haus solle mit einfachen Massnahmen umgebaut werden.

Die Kosten dafür würden entweder vom Solinetz übernommen oder müssten über den Mietzins finanziert werden.

Keine Übernachtungen

Weiter möchte Frommenwiler wissen, wie der Stadtrat die Situation beurteile, «dass abgelehnte Asylbewerber in diesem Gebäude Unterschlupf finden» und wie sichergestellt werde, «dass diese die Situation nicht ausnützen und baldmöglichst ausreisen». Im Mietvertrag – wie auch in der Baueingabe – sei die Übernachtung oder der «längere Aufenthalt von Personen» klar ausgeschlossen, antwortet der Stadtrat.

«Ein solcher Verstoss oder andere vertrags- oder rechtswidrige Tatbestände müssten zur sofortigen Kündigung führen.»

Mehr Raum für Mittagstisch

Es sei überhaupt nie vorgesehen gewesen, dass abgewiesene Asylbewerber im Gebäude übernachteten, sagt Ursula Surber, Präsidentin des Trägervereins Solidaritätshaus St. Gallen. «Es wird ein Tagesbetrieb.

» Vorgesehen ist, dass das Solinetz das Haus an der Fidesstrasse 1 als Ersatz für das jetzige Mietobjekt an der Linsebühlstrasse nutzt. Dort treffen sich täglich bis zu 30 Personen beim Mittagstisch. «Die Infrastruktur genügt nicht mehr», sagt Surber. Der Mittagstisch, seit viereinhalb Jahren ein Angebot des Solidaritätsnetzes, platzt aus allen Nähten. In den neuen Räumen könne sich das ändern. An der Fidesstrasse sind zudem Schulungs- und Büroräume fürs Solinetz geplant.

Ebenfalls unter dem Dach des Solidaritätshauses sollen sich diverse Migrantenvereine – Äthiopier, Somalier oder Kurden – für Sitzungen oder andere Aktivitäten treffen können. «Solche Räume sind ein grosses Bedürfnis bei den Vereinen», sagt Surber.

Quartier informiert

Das Quartier wurde seitens Stadt und Solinetz bereits über das Projekt Solidaritätshaus St. Gallen informiert. Gemäss Ursula Surber ist der Trägerverein, der das Haus führen wird, momentan weiterhin mit der detaillierten Ausarbeitung des Projektes beschäftigt. Das Baugesuch für den Umbau des Gebäudes werde demnächst eingereicht.





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