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Tagblatt Online, 17. April 2010 11:27:00

Ein Frack für die Gaskessel

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Die grösste Achtelnote: Die Gaskessel werden zum Werbeträger. (Bild: Visualisierung: pd)

ST.GALLEN. Der «Blickfang» zur Lancierung des Eidgenössischen Musikfests 2011 in St.Gallen ist gekürt: Die Gaskessel sollen zur Notenskulptur werden. Die Stadtwerke wissen noch nichts von ihrem Glück.

Andreas nagel

Bratwurst, Stiftsbibliothek, Kloster. Das sind, für Auswärtige zumindest, eindeutige Erkennungsmerkmale der Stadt St. Gallen. Natürlich nicht die einzigen, aber die bewährten. Auch die Veranstalter des Eidgenössischen Musikfests mit dem ehemaligen Stadtrat und begeisterten Hobby-Saxophonisten Hubert Schlegel an der Spitze setzen auf Bekanntes, wollen mit dem Projekt «Blickfang» aber auch überraschen.

So wurde Ende 2009 ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben mit dem Ziel, die Stadt und das Fest in der öffentlichen Wahrnehmung möglichst originell zu verknüpfen.

Festland holt Blickfang

Inzwischen sind 30 teils überaus kreative Vorschläge eingegangen und ein Sieger ist auch schon gekürt. «Auftakt» heisst er und stammt aus der Küche von Festland, einer renommierten St. Galler Werbeagentur.

Ihre Idee überrascht tatsächlich und soll den Besuchern, erwartet werden im Juni 2011 gegen 200 000, einen «bleibenden Eindruck» vermitteln, sagte Daniel Peterer von Festland an der gestrigen Medienorientierung im Stadthaus. St. Gallen soll nämlich ein neues, wenn auch nur vorübergehendes Wahrzeichen erhalten: Zwei riesige Achtelnoten.

Die Basis für das Bauwerk besteht bereits, die zwei Gaskessel beim Olma-Areal. Sie sollen für das Musikfest einen schwarzen Anstrich und zwei Notenhälse aufgesetzt bekommen. Ein «Frack» soll ihnen quasi übergezogen werden, wie es im Beschrieb der siegreichen Projektverfasser heisst.

«Verblüffend andersartig»

Die Idee überzeugte die Jury unter dem Vorsitz von Bürgerratspräsident Arno Noger. Das Projekt sei «verblüffend sinnhaft, witzig, andersartig».

Und vor allem: «Es arbeitet nicht mit den üblichen St. Galler Stereotypen und ist wegen seiner Dreidimensionalität und Grösse sehr gut wahrnehmbar», begründete Noger den Entscheid des Preisgerichts.

Es wird mit einer Notenhöhe von rund 50 Metern gerechnet, was zweifellos bewilligungspflichtig sei, wie Jurymitglied Thomas Eigenmann bestätigte. Prüfen will man zudem, ob nicht auch ein Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde möglich wäre. Zunächst aber muss nun die Machbarkeit geklärt werden.

Überdies gelte es, die Stadtwerke als Betreiberin der beiden Gastanks für die Idee zu gewinnen.

Springen «Schalter & Walter» ein?

Sollte sich «Auftakt» als nicht realisierbar erweisen, setzt die Jury auf das zweitrangierte Projekt unter dem Titel «Metrum» der Schalter & Walter GmbH, ebenfalls in St. Gallen ansässig. Es handelt sich dabei um eine temporäre Installation aus Wassertanks, die beim Vadian-Denkmal aufgestellt werden soll.

Die Verbindung zum Fest erfolgt über Sensoren, welche Blasmusik wundersam in Lichtspiele in den Tanks verwandeln.

Ausstellung Wettbewerb, 19. bis 23. April, 8–11.30 und 14–17 Uhr Stadthaus (Gallusstrasse 14)




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