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Tagblatt Online
17. Februar 2016, 07:06 Uhr

Ein Brocki zieht weiter

Das Heilsarmee-Brocki zieht nach Gossau um. Deshalb verramscht es noch seinen ganzen Plunder am alten Ort: Seit dem 8. Februar bekommt man auf alles 25 Prozent Rabatt, ab dem 15. Februar 50 Prozent, ab dem 19. Februar 75 Prozent und am 24. und 25. zahlt man noch so viel, wie man will Zoom

Das Heilsarmee-Brocki zieht nach Gossau um. Deshalb verramscht es noch seinen ganzen Plunder am alten Ort: Seit dem 8. Februar bekommt man auf alles 25 Prozent Rabatt, ab dem 15. Februar 50 Prozent, ab dem 19. Februar 75 Prozent und am 24. und 25. zahlt man noch so viel, wie man will (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Eine Ära geht zu Ende: 2004 zog das Heilsarmee-Brocki an die Zürcherstrasse 511, wo es stetig wuchs. Doch diese Liegenschaft wurde verkauft, ein neuer Brocki-Standort ist aber gefunden.

KATHRIN REIMANN

ST.GALLEN. Egal ob Mäntel, Toaster, Mützen oder Tassen. Ob Teddies, Spiele, Tücher oder Betten. Ob Snowboards, Bücher oder eine hübsche Vase. Alles mögliche, was man braucht oder eben auch nicht braucht, findet man in der Brockenstube.

Das Heilsarmee-Brocki an der Zürcherstrasse 511 ist flächenmässig das grösste der Stadt und kommt so einem Brocki-Supermarkt ziemlich nahe. Gemäss Jakob Amstutz, Geschäftsleiter Heilsarmee-Brocki Schweiz, befindet es sich seit Oktober 2004 am jetzigen Standort. «Seither hat es sich einer wachsenden Beliebtheit erfreut», sagt Amstutz. Heute habe man hier jeweils 60 000 bis 70 000 Artikel im Angebot, rund 200 Kundinnen und Kunden besuchten es täglich. «Vor zehn Jahren waren das 20 Prozent weniger – was Angebot und Kundschaft anbelangt.»

Jakob Amstutz Geschäftsleiter Heilsarmee-Brocki Schweiz Zoom

Jakob Amstutz Geschäftsleiter Heilsarmee-Brocki Schweiz
(Bild: pd)

Einen Katzensprung weiter

Verkauft wird dabei alles, wofür es eine Nachfrage gibt. Nur eben nicht mehr lange auf städtischem Boden: Ab dem 27. Februar betreibt die Heilsarmee ihre Filiale – sie ist eine von schweizweit 19 – an der Industriestrasse 135 in Gossau. «Das ist nur einen Katzensprung vom alten Ort entfernt», sagt Amstutz. Zudem arbeite man daran, dort ein Brocki in einem ganz anderen Stil aufzubauen. «Das neue Brocki wird ein komplett neues Einkaufserlebnis vermitteln», verspricht Amstutz und schwärmt von einem frischen Erscheinungsbild, von einem schöneren Auftritt und von einer ansprechenden und passenden Dekoration. «Im Grunde wird unser Angebot zwar immer noch dasselbe sein, aber wir haben frisch sortierte Ware gesammelt und werden diese ab dem 27. Februar in Gossau präsentieren.» Am neuen Standort werde man nicht mehr eine ganz so grosse Fläche wie an der Zürcherstrasse zur Verfügung haben. «In Gossau sind es 1800 Quadratmeter, an der Zürcherstrasse haben wir deutlich mehr.»

Um den Zügelaufwand zu verringern, läuft momentan ein spezieller Rabattverkauf. So erhielt der Kunde vom 8. bis 15. Februar 25 Prozent Rabatt auf alle Einkäufe. Seit dem 15. und noch bis zum 19. Februar sind es 50 Prozent. Danach erhält der Kunde 70 Prozent Rabatt und in der Endphase, am 24. und 25. Februar, bezahlt der Kunde den Preis, den er für angemessen hält. «Am 26. Februar geht die Ära an der Zürcherstrasse dann zu Ende, wir schliessen», sagt Amstutz, der erzählt, dass das Rabattkonzept ziehe: «Wir haben nur noch wenig Ware am alten Standort.» Zwar würden die Kunden mitkriegen, dass die Qualität der Produkte unter dieser Aussortierung leide, andererseits machen dies die grosszügigen Rabatte wieder wett. «Zudem freuen sich unsere Kunden auf den neuen Standort.» Schliesslich befände sich dieser nur einige hundert Meter entfernt. Er sei mit demselben Bus und auch mit dem Auto gut erreichbar. «Auch unsere zehn angestellten Mitarbeitenden stellen wir weiterhin an», sagt Amstutz. Ausserdem erhalten weitere Personen eine Einsatzmöglichkeit zur Arbeitsintegration oder zur freiwilligen Mitarbeit.

Schatz aus der Brockenstube

Fällig wurde der Umzug, weil das jetzige Gebäude in St. Gallens Westen verkauft wurde. «Wir wurden aber sehr schnell wieder fündig», sagt Amstutz, der mit dem alten Standort einige Erinnerungen verbindet. «Wir haben immer wieder über die unterschiedlichsten Waren gestaunt. Dann gibt es Artikel, deren Bedeutung zuerst herausgefunden werden muss. Und manchmal kommen auch die Kunden und erzählen uns, was sie für einen Schatz im Brocki gefunden haben.» Kunden, die aus allen Einkommensschichten ins Brocki strömen würden. «Und auch Sammler und Händler besuchen uns regelmässig, die unsere Ware dann wieder weiterverkaufen.»

Einkauf hätte sich eher gelohnt

Und selbst vor Einbrechern ist eine Brockenstube nicht gefeit: «Es gab einige Einbrüche; beim letzten wurde das Brocki zwar nicht leergeräumt, aber dafür der Getränkeautomat von seinem Kleingeld befreit, was einen höheren Sachschaden verursachte, als die Beute selbst darstellte.» Für die gefassten Täter hätte sich da der Einkauf wohl eher gelohnt.



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