Die ganze Welt in der Olma-Halle

ST.GALLEN ⋅ Heute eröffnet die Ferienmesse auf dem Olma-Gelände. Die Veranstalter erwarten 35 000 Besucher, die Reiseziele rund um den Globus kennenlernen wollen. Einige Stände präsentieren unkonventionelle Ferienideen.

12. Februar 2016, 06:32
Ruth Frischknecht

ST.GALLEN. In einem Tag die ganze Welt kennenlernen, das ist an der Ferienmesse möglich. Dort befindet sich Iran neben China, Malta neben Altenrhein und Zypern in unmittelbarer Nähe zum Walter-Zoo. Die Olma-Hallen 2, 3 und 9 haben sich in den letzten Tagen in ein Ferienparadies verwandelt. Besucht werden können die Stände zahlreicher Reiseveranstalter, Ausflugsziele und Destinationen heute von 11 bis 19 Uhr und am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

Ferien am Mittelmeer

«Im Januar und im Februar buchen viele Leute ihre Sommerferien», sagt Michael Nachbaur von High Life Reisen. Das Wetter zu dieser Jahreszeit beeinflusse die Leute kaum bei ihrer Entscheidung in die Ferien zu gehen. «Regnet es hingegen im Mai und Juni, verzeichnen wir mehr Buchungen. Die Leute sehnen sich dann nach Sonne.»

Das Gastland an der diesjährigen Ferienmesse ist Zypern. Eine Trenddestination: «Ferien am europäischen Mittelmeer sind derzeit beliebt», sagt Claudia Nyffeler, Leiterin der Ferienmesse. Die grössere Nachfrage nach Ferien in Italien, Kroatien oder Griechenland hänge auch mit der unruhigen Situation in langjährigen Renner-Ländern wie Tunesien, Marokko, Ägypten und der Türkei zusammen. Weitere von den Schweizern favorisierte Destinationen sind die Karibik, die Malediven, Thailand, Südafrika und Südamerika. Auch Kreuzfahrten und Städtereisen sind beliebt. «Wir merken, dass die Leute oft verreisen und bereit sind, viel Geld dafür auszugeben», sagt die Messeleiterin.

Ausflüge in der Region

Aber auch jene, die nicht weit reisen möchten, werden an der Messe fündig. Anbieter aus dem Bodenseeraum stellen ihre Ausflugsziele vor. Der Pfänder ist dabei genauso vertreten wie der Walter-Zoo oder das Maestrani-Schoggiland. «Tourismus beschränkt sich nicht nur auf die Ferien. Gerade Familien wollen auch am Wochenende etwas erleben.» Die Region Brienz ist an der Ferienmesse zu Gast. Tourismusdestinationen aus der Schweiz seien an der Ferienmesse in der Unterzahl. Schweiz Tourismus investiere das Werbebudget hauptsächlich im Ausland. «Wir hoffen aber, bald mehr Aussteller aus der Schweiz an der Messe zu haben», sagt Claudia Nyffeler.

Eine Woche ohne Internet

Schaut man sich die Angebote an der Ferienmesse genauer an, merkt man schnell: Es ist nicht nur wichtig, wohin man verreist, sondern auch wie. «Offline Ferien», so heisst eine der Sonderschauen. «Viele Leute möchten in ihren Ferien komplett abschalten und sich von der digitalisierten Welt entfernen», sagt Claudia Nyffeler. Möglichkeiten dazu gibt es einige: In einem Hotel in der indischen Wildnis gibt es trotz luxuriöser Einrichtung keine Elektrizität – und damit auch kein Internet. Eine «Zeitreise», so nennt es Mitinhaberin Christine Kehrli, bietet ein Hotel im Berner Oberland an. Weit weg vom nächsten Dorf gibt es weder Radio- noch Handyempfang. Das Hotel ist mit Möbeln aus längst vergangenen Zeiten eingerichtet. «Zu uns verirren sich keine grossen Reisegruppen, bei uns gibt es keine Parties, dafür Natur, Ruhe und frische Luft.»

In einer anderen Nische bewegen sich die Anbieter, die für Ferien mit Hund werben. «Hunde sind nicht überall erwünscht. Hundehalter finden bei uns Angebote, bei denen sie sich sicher sein können, dass das Tier ebenfalls willkommen ist», sagt Claudia Nyffeler. Geboten wird den Hunden von der Dusche bis zur eigenen Speisekarte einiges.


Leserkommentare

Anzeige: