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Tagblatt Online, 18. Januar 2011 01:05:32

«Die Sanierung ist längst überfällig»

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Baujahr 1967: Die Wohnsiedlung «Lerchenfeld 2» wird saniert. (Bild: Bild: Tobias Hänni)

Die Wohnbaugenossenschaft Lerchenfeld modernisiert für 18 Millionen Franken eine Siedlung an der Eisbahnstrasse. Trotz der hohen Investitionskosten sollen die Mieten tief bleiben.

tobias hänni

18 Millionen Franken kostet die Sanierung der Wohnsiedlung «Lerchenfeld 2» – dreimal so viel wie ihre Neuerstellung 1967. «Wir bauen bis auf den Rohbau zurück», begründet René Willborn, Präsident der Wohnbaugenossenschaft Lerchenfeld (WBGL), die hohen Kosten für die Erneuerung der fünf Mehrfamilienhäuser an der Eisbahnstrasse.

Heutigen Ansprüchen anpassen

«Die Sanierung ist längst überfällig», sagt Willborn. Die Infrastruktur der 60 Wohnungen sei völlig veraltet, Strom- und Wasserleitungen verkalkt und verrostet, Ersatzteile, etwa für Küchengeräte, am Markt gar nicht mehr erhältlich. «Die überholte Infrastruktur führt zu hohen Unterhaltskosten», fügt Guido Baumann, Unterhalts-Chef der Genossenschaft, hinzu.

Deshalb werden die Häuser in den kommenden fünf Jahren umfassend erneuert. «Küchen, Bäder und WCs werden samt den Leitungen modernisiert», sagt Willborn. Da die Häuser schlecht isoliert seien, erhielten sie zudem eine neue Wärme- und Schallisolation. Im Rahmen des Umbaus wird ausserdem die Wohnfläche vergrössert und in einem Teil der Wohnungen die Anzahl der Zimmer verringert. «So passen wir die Wohnungen der heutigen Nachfrage nach weniger, dafür grösseren Räumen an», sagt Willborn. Zum Grossprojekt gehört auch der Bau einer Tiefgarage, dessen gestriger Beginn den Start der Erneuerung markierte.

Altbestand modernisieren

«Normalerweise wird eine Wohnung nach etwa 25 Jahren erneuert», erläutert Willborn. Ein solcher Umbau sei jedoch mit enormen finanziellen und personellen Ressourcen verbunden. Diese wurden in der Vergangenheit auch durch den Bau neuer Wohnprojekte in Anspruch genommen. «Seit einigen Jahren widmen wir uns jedoch wieder vermehrt dem Altbestand», sagt Niklaus Koster, ehemaliger Präsident der Baugenossenschaft und Koordinator des aktuellen Sanierungsprojekts.

Die Mieten bleiben tief

Auch wenn die Sanierung laut Koster einen Anstieg des Mietzinses zur Folge haben wird, wollen die meisten Bewohner die Siedlung nicht verlassen. «Über neunzig Prozent der Mieter kehren nach dem Umbau in ihre Wohnungen zurück», sagt Willborn. «Viele von ihnen wohnen schon seit 20 oder 30 Jahren im Lerchenfeld und fühlen sich dort zu Hause.» Ausserdem würden sich die Mieten auch nach der Erneuerung noch im unteren Preissegment bewegen. «Auch in Zukunft ist es unser Ziel, der Bevölkerung günstigen Wohnraum anzubieten», sagt Willborn.




Leser-Kommentare:
1 Beitrag

Kommentar lesen

gallenblog.wordpress.com (28. Januar 2011, 17:57)
Fragwürdiges Verhalten der Genossenschaft

300'000 Fr. für die Sanierung einer Wohnung?
Da haben die Mieter jahr(zehnt)elang viel zu viel Miete bezahlt. Um eine Mieterhöhung zu rechtfertigen, werden einfach die Wohnungen etwas vergrössert und mit "heutigen Ansprüchen" begründet.
Dabei ist der Bedarf an günstigen Wohnungen in einer Stadt grösser als an grossen Wohnungen, die erst noch von meist abwesenden Leuten bewohnt werden. Schliessich gibt es auch viele Leute mit kleinerem Budget.
Aber für diese bauen wir lieber den Sozialstaat immer mehr aus, damit auch Minderbemittelte am sozialen Leben in einem auf Reiche ausgerichteten Staat teilnehmen können.

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