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Tagblatt Online
7. Januar 2016, 06:59 Uhr

Die Preisschlacht geht noch weiter

ST.GALLEN. Der aktuelle Ausverkauf verläuft hitziger als in früheren Jahren. Kaum ein Geschäft in der Stadt verzichtet auf den «Sale», der diesen Winter so früh wie noch nie gestartet ist und mit hohen Rabatten lockt.

ROGER BERHALTER

Der Ausverkauf ist in der Altstadt allgegenwärtig. In beinahe jedem Schaufenster locken derzeit vielversprechende Rabatt-Schilder Kunden an. «50 Prozent auf alles», «bis zu 70 Prozent», «neue Reduzierungen», «unschlagbare Angebote», heisst es da. Im Modegeschäft und auch vor der Buchhandlung hängen «%»-Zeichen, die Apotheke bietet Weihnachtsgeschenk-Sets verbilligt an, der Schuhladen hat eine eigene «Sale Zone» eingerichtet, und die Kleiderkette überhöht den Ausverkauf zum «Mega Sale». Im Coop-Supermarkt am Bohl gehen die Waren vor lauter roten Rabatt-Tafeln fast unter; von der Steppjacke bis zum Spitzen-BH ist alles zum halben Preis zu haben. Auch die Schoggi ist «stark reduziert».

Schon seit November

Jetzt habe die typische Zeit für den Ausverkauf begonnen, sagt Ralph Bleuer, Präsident von Pro City St.Gallen, der Vereinigung der Innenstadtgeschäfte. Für die Jahreszeit herrsche nun «business as usual», doch sei der Ausverkauf in diesem Winter alles andere als gewöhnlich. «Die <Sale>-Phase ging noch nie so früh los», sagt Bleuer. Schon im November überboten sich die Geschäfte mit Rabatten auf Winterartikel. Das milde Wetter habe zu einer gewissen Verunsicherung in der Kleiderbranche geführt. Vorher hatte der traditionelle Ausverkauf erst um die Weihnachtstage herum begonnen.

Noch etwas ist an diesem Ausverkauf anders. «Er ist aggressiver als in anderen Jahren», sagt Ralph Bleuer. Tendenziell würden höhere Rabatte gewährt. «Früher konnte man Kunden noch mit Zehn-Prozent-Abschlägen gewinnen. Heute kommt wegen so einem Rabatt niemand mehr ins Geschäft.»

600 Prozent Rabatt auf Wein

Ein Rundgang durch die Fussgängerzone in der Altstadt zeigt: Kaum ein Geschäft verzichtet auf den Ausverkauf, und «Sale» ist nicht nur eine Verkaufstaktik von billigen Ketten. Auch der Schmuckhändler gewährt 70 Prozent Rabatt, und selbst der edle Herrenausstatter bietet Anzüge «50 Prozent, stark reduziert» an.

Den Rabatt-Vogel schiesst die Weinhandlung Martel ab. Sie gewährt unglaubliche «600 Prozent» Rabatt. Bei näherem Hinsehen relativiert sich die Zahl allerdings, denn der Weinhändler verteilt die 600 Prozent auf 24 Weinsorten, die er jeweils 25 Prozent billiger verkauft – nichts weiter als ein Marketing-Gag, also.

Jetzt kommt die Fasnacht

Vor dem Eingang zur Zollibolli-Filiale steht ein Regal, gefüllt mit herabgesetzten Artikeln. Mit dem Winterschlussverkauf habe das allerdings nichts zu tun, erklärt Geschäftsführerin Katrin Kreuels: «Wir haben das ganze Jahr hindurch eine solche Fundgrueb mit ausgewählten reduzierten Artikeln.»

Überhaupt ticke die Spielwarenbranche anders als die Modebranche. Im Zollibolli beschäftigt man sich in diesen Tagen nicht mehr mit dem Weihnachtsgeschäft (bis auf die Umtauschaktionen, siehe Zweittext) – stattdessen blickt man mit Kinderkostümen und Schminke schon auf die nahe Fasnachtssaison.



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