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Tagblatt Online, 23. Februar 2012 01:06:54

Brühls Karawane zum Derby

Fussball Zoom

Der St. Galler Fussballgipfel bringt wie beim Hinspiel die Präsidenten von Brühl und St. Gallen, René Hungerbühler und Dölf Früh, zusammen. (Bild: Coralie Wenger)

Dieser Samstag ist für den SC Brühl kein Tag wie jeder andere: Er spielt erstmals in der Arena. Und Clubführung und Anhänger werden beim Stadtderby als Special Guests empfangen.

FREDI KURTH

Mancher Spieler des SC Brühl wird am Samstag im Challenge League Match beim FC St. Gallen vor so vielen Zuschauern wie noch nie antreten. Doch von der Kulisse möchte sich der Aussenseiter nicht allzu sehr beeindrucken lassen. Dabei soll ihm eine grosse Anhängerschar beistehen, die sich in den Sektoren B2 und B3 auf der Ostseite einrichten wird.

Viele Fans und 400 Junioren

«Im Gästeblock werden nur wenige Brühler erscheinen», sagt Nadja Kunz, Präsidentin des Fanclubs «Greenspirit», der 28 Mitglieder umfasst. Vielmehr werden sich die Anhänger mit den 400 Juniorinnen und Junioren des Vereins vermengen, die vom ehemaligen SCB-Spieler Dominique Bregenzer eingeladen sind. Nicht ganz gereicht hat es für die Kids des SC Brühl: «Die sind noch etwas zu jung», sagt Bregenzer, «das Spiel beginnt erst um 19 Uhr.» Stattdessen hat er 100 Mitarbeiter seiner 50jährigen Firma Breco zum Derby eingeladen. Die Aktion kostet ihn ein paar tausend Franken, doch hat er schon im Herbst einen Spezialpreis mit dem FC St. Gallen vereinbart.

Die Brühler lassen sich trotz der prekären Tabellenlage die Vorfreude nicht nehmen. «Ein Stadtderby ist immer etwas Besonderes», sagt Präsident René Hungerbühler. Er selber hat noch nie in der Arena ein Spiel des FC St. Gallen verfolgt, bloss ein Länderspiel. «Alte Brühler gehen nicht zum Lokalrivalen, alte St. Galler kommen nicht zu uns. Das gilt heute noch», sagt Hungerbühler.

Am Samstag wollen er und seine Vorstandskollegen den Besuch umso mehr geniessen. Zu zehnt werden sie im Logensektor erscheinen, schliesslich sind sie vom FC St. Gallen zum Apéro eingeladen. Derlei kommt sonst selten vor. «Die meisten Vereine in der Challenge League haben ja gar keine Logen», sagt Hungerbühler nicht ohne Schalk. Dem St. Galler Fussballgipfel sieht man demnach mit einer gewissen Lockerheit entgegen. Der Präsident tippt sogar auf ein Unentschieden: «Wir wurden beim 1:2 in Winterthur schlecht belohnt, und St. Gallen dürfte uns nach dem hohen Sieg gegen Delsberg unterschätzen.»

Bis zum nächsten Mal…

Selbst wenn Brühl absteigen und St. Gallen aufsteigen sollte, ist Hungerbühler zuversichtlich, dass er nicht den auf ewig letzten Stadtmatch erleben wird: «Das Fussballgeschäft ist schnelllebig, wie die Beispiele von Xamax und Sion zeigen.» Die Ereignisse einer Saison haben zuletzt gereicht, um das Derby nach 40 Jahren wieder aufleben zu lassen. Brühl will eine Basis für ein Wiedersehen schaffen, indem die 1. Mannschaft in eine AG eingebettet werden soll.





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