Tagblatt Online, 06. Dezember 2008 01:04:32
Anreiz für Solarenergie
Die Photovoltaikanlage auf Roland Frischknechts Dach funktioniert auch bei Regenwetter.
In St. Gallen wurde die Genossenschaft Solarbörse gegründet, die schweizweit agieren will. Sie unterstützt den Bau von Solaranlagen und sucht gleich den Sponsor für deren Finanzierung.
Mirjam Bächtold
«Die Sonne liefert pro Tag so viel Energie, wie die ganze Weltbevölkerung pro Jahr verbraucht.» Mit diesem Satz wirbt die neue Genossenschaft Solarbörse Schweiz für ihr Unternehmen. Der St. Galler Roland Frischknecht hat die Solarbörse gemeinsam mit seinem Sohn Mike Frischknecht und Beat Brönimann Ende Oktober gegründet. «Wir wollen saubere Energie erzeugen und so den Kohlendioxidgehalt in der Umwelt senken», sagt Mike Frischknecht. Die Genossenschaft hat ihren Sitz in St. Gallen und will ihre Leistungen gesamtschweizerisch anbieten.
Finanzielle Unterstützung
Die Solarbörse möchte Privatpersonen und Unternehmen unterstützen, die auf ihrem Hausdach eine Solarstromanlage installieren wollen, um umweltschonenden Strom zu produzieren.
Für eine Photovoltaikanlage muss man mit Kosten von 900 bis 1000 Franken pro Quadratmeter rechnen. Um die investierten Beträge amortisieren zu können, zahlt die Solarbörse dem Besitzer der Anlage 60 Rappen pro Kilowattstunde. Gleichzeitig versuchen die Mitarbeiter der Genossenschaft, den Strom an Firmen verkaufen. «Der Beitrag, den die Firmen übernehmen, ist aber rein symbolisch», sagt Mike Frischknecht. Es sei ein Sponsor-Beitrag, denn der erzeugte Strom fliesst ins Stadtnetz. «Die Unternehmen zahlen pro Kilowattstunde einen Franken», sagt Frischknecht senior. Davon gehen 60 Rappen an den Besitzer der Anlage und 40 Rappen an die Solarbörse. Die Genossenschaft werde nicht reich durch diese Anlagen. Ihr Ziel sei es, die Leute zu animieren, etwas für die Umwelt zu tun. Am kommenden Mittwoch informiert der Vorstand der Solarbörse ausführlich über deren Vorhaben.
Nach etwa 15 Jahren abbezahlt
Eine Photovoltaikanlage wie jene auf dem Dach von Roland Frischknecht, die rund 60 Quadratmeter gross ist, erzeugt etwa 9000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Mit dem Beitrag der Solarbörse würde man also jährlich 5400 Franken erhalten. «Bis die Kosten der Anlage abbezahlt sind, dauert es etwa 15 Jahre», sagt Roland Frischknecht.
Noch am Anfang
«Im Moment befinden wir uns noch in der Startphase», betont Roland Frischknecht. «Unser Ziel ist es, innerhalb des nächsten Jahres in der Ostschweiz fünf bis zehn Solarstromanlagen zu installieren.» Einige Firmen hätten bereits Beiträge zugesagt, aber es seien noch nicht genug, um das Vorhaben finanzieren zu können.
Zusätzlich zum Beitrag von der Solarbörse erhalten einige Besitzer 15 Rappen pro Kilowattstunde von den St. Galler Stadtwerken. Peter Graf, Leiter Energie bei den Stadtwerken, bestätigt dies. «Aber nur wer eine bereits bestehende Anlage besitzt, erhält diesen Beitrag.» Bei neuen Anlagen werde er nicht mehr übernommen. Denn ab 1. Januar 2009 übernehme nach dem neuen Gesetz der Bund die Subventionierung gemäss der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV). Nur wer dann nicht ins KEV aufgenommen werde, erhalte allenfalls einen Beitrag von den Stadtwerken. «Das müssen dann nicht unbedingt 15 Rappen sein», sagt Graf. Die Höhe des Beitrages sei noch offen.
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