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Tagblatt Online, 27. April 2010 01:03:09

Am Nestweiher gedeiht die Natur

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Entenpärchen vom Nestweiher putzt sich heraus. (Bild: Archivbild: Hanspeter Schiess)

Der Nestweiher im Riethüsli hat nach der Sanierung vor zwei Jahren zu seiner vollen Pracht zurückgefunden. Die Vegetation gedeiht, die Tiere fühlen sich im Naturraum wohl.

Claudia Schmid

An der Hauptversammlung der Nestweiher-Gesellschaft erinnerte Präsident Andreas Gattiker an die Sanierungsarbeiten, die vor zwei Jahren abgeschlossen wurden. «Seither ist die Natur in unseren Lebensraum zurückgekommen. Das vielfältige Leben im Weiher bietet sich zum Entdecken an», betonte er.

Diebische Katzen

Einige Optimierungen habe die Weihergesellschaft im vergangenen Jahr dennoch vornehmen müssen. Einige Massnahmen stehen zudem noch an. So wurde der Kiesbelag verstärkt, damit die Kinderwagen leichter über den Weg rollen.

Ein Zaun, der den empfindlichen Flachwasserbereich abgrenzt, musste besser verankert werden. «Die Taucherli schlichen sich unter dem Netz hindurch, fanden den Rückweg nicht und machten verzweifelt auf sich aufmerksam», begründete Andreas Gattiker diese Massnahme.

Sorgen machen jagende Katzen, die in den geschützten Bereich der Enten eindringen und ihnen an die Federn wollen.

Vermutlich könne diese Problematik nur durch die Rückkehr eines Elektrozauns entscheidend verbessert werden.

Eine Neuerung betrifft die Fontäne. Sie wird aus Energiespargründen nachts abgestellt. Eine Ausnahme ist im Winter vorgesehen, da das spritzende Wasser unerwünschte Eisbildung teilweise verhindern kann.

Eifrige Moderlieschen

Erstmals sind die jährlich publizierten «Nestweiher-Nachrichten» farbig gedruckt erschienen.

Darin schildert Weiherwart Curt Leuenberger, wie er das erste vollständige Vegetationsjahr nach der Sanierung erlebt hat.

Er berichtet, wie er bereits im März Froschlaich und eine herumpaddelnde Rotwangenschildkröte entdeckte. Anfang April hätten sich Elritzen, Moderlieschen und Goldorfen eifrig mit Laichen beschäftigt. Hie und da sei ein Graureiher erschienen, um den Fischbestand zu kontrollieren.

Mitte Juni hätten die Wasserfrösche mit gewaltigem Gequake ihre Hochzeiten angekündigt. Ein ganz spezielles Erlebnis seien jeweils auch die Libellenlarven, die an Wasserpflanzen und an der Ufermauer emporkletterten. Mitte Oktober hätten sich die beiden Rotwangenschildkröten in ihre Winterruhe am Weihergrund verabschiedet.

Wechsel im Vorstand

An der Hauptversammlung wurde auch auf personelle Wechsel bei der Nestweiher-Gesellschaft hingewiesen.

Die Mitglieder verabschiedeten die beiden Vorstandsmitglieder Elisabeth Scherrer Egli und Manfred Göbbels. Als ihre Nachfolger begrüssten sie Patricia Eberle, die das Amt der Kassierin übernehmen wird, und Erich Gmünder, der als neuer Aktuar wirkt.

Die Jahresrechnung 2009 schliesst mit Mehreinnahmen von rund 2000 Franken. Dieses gute Resultat habe nicht zuletzt dank Spenden in der Höhe von 4000 Franken erreicht werden können. Die Nestweiher-Gesellschaft zählt zurzeit rund 300 Mitglieder.





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