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Tagblatt Online, 02. Juni 2008 01:11:29

Alle Entchen sind wieder da

Zurück aus dem Exil: Feierlicher Empfang für die Nestweier-Enten

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Eine der Enten kann es kaum erwarten, bis Beat Brändle sie endlich in den sanierten Nestweier entlässt. (Bild: Bild: Reto Martin)

Die Enten vom Nestweier im Riethüsli waren während des Winters in den Ferien, weil der Weiher saniert wurde. Seit Samstag drehen die Vögel wieder ihre Runden im neu gestalteten Zuhause.

Mirjam Bächtold

Die Enten schnattern empört und flattern aufgeregt im Stall von Beat Brändle und Marianne Zingg umher. Sie können nicht ahnen, dass diese ganze Tortur, die ihnen bevorsteht, nur zu ihrem Besten dient: Die Vögel werden von St. Pelagiberg in ihr Zuhause, den Nestweier im Riethüsli, zurückgebracht.

Bereits am Vorabend wurden sie von Brändle und Zingg, bei denen die Enten überwintert hatten, in den Stall getrieben, damit sie nun besser eingefangen werden konnten. Auch Andreas Gattiker, Präsident der Nestweier-Gesellschaft, reiste am Samstag extra von St. Gallen an, um die Enten wieder nach Hause zu holen.

Auf Enten-Fang

Aufgeregt hetzen die Tiere von einer Ecke des Stalls zur anderen. Doch Zingg und Brändle fangen die Enten der Reihe nach ein und teilen Gattiker die Ring-Nummer mit, der sie auf einer Liste abhakt. Einige Enten fehlen aber. «Sie wurden leider von einem Habicht getötet», sagt Brändle. Bereits nach 45 Minuten sind die fast 70 Vögel eingefangen und in Kisten untergebracht. Nun kann die Fahrt nach St. Gallen losgehen.

Pünktlich um 10 Uhr treffen die Enten am Nestweier ein. Dort haben sich bereits zahlreiche Leute versammelt. Für den Enten-Empfang ist alles vorbereitet: Der grüne Teppich ist ausgerollt, flankiert von einer Schweizer und einer St. Galler Fahne. Musik spielt keine. «Wir wollten die Enten nicht noch mehr verängstigen als sie ohnehin schon waren», begründet Gattiker. Ein offizielles Fest gibt es aber am 23. August. Eine Ente sitzt alleine in einer Schachtel und wird nun als erste in den Weiher freigelassen. Dies hat einen Grund: «Wir fingen diese Ente als letzte ein, nachdem wir sie im Herbst eine Woche lang verzweifelt mussten», sagt Gattiker. Er hebt das Tier aus der Schachtel und setzt es in den Weiher.

Endlich zu Hause

«Als nächstes kommt Familie Eider», kündigt der Präsident die Entenart an. Insgesamt beherbergt der Nestweier nun wieder 16 Entenarten.

Den Vögeln kann der Gang ins Wasser gar nicht schnell genug gehen. Sie rennen, flattern, rempeln sich gegenseitig an und überschlagen sich sogar, bis sie endlich im Weiher ankommen. Danach schwimmen sie gleich eine erste Runde.

Bitte nicht füttern

Vor der Sanierung stand beim Nestweiher ein Sammelkasten für Brot. Weil aber die Leute dieses Angebot missbrauchten, um auch andere Essensreste wie Pizza oder gar Teigwaren zu entsorgen, wird die Sammelstelle nun nicht mehr weitergeführt. Dafür hängen nun Rezepte zur Verwertung von altem Brot in einem Infokasten.

Ein Weiherwart füttert die Enten. Deswegen sei es nicht nötig, Brot ins Wasser zu werfen, sagt Gattiker. Zurzeit denken die Enten sowieso nicht ans Fressen: Sie sind damit beschäftigt, den neu- gestalteten Weiher zu erkunden.





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