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Tagblatt Online, 06. März 2009 06:29:00

«Verbot trägt nicht zum Frieden bei»

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In Deutschland möglich: Minarett in Konstanz. (Bild: Archivbild: Ennio Leanza)

ST.GALLEN. Der «Runde Tisch der Religionen St. Gallen und Umgebung» lehnt die Minarett-Initiative ab. Verunsicherung vor dem Fremden könne man nicht mit Verboten verringern, sondern mit Dialog.

Der «Runde Tisch der Religionen St. Gallen und Umgebung» äussert sich ablehnend zur Minarett-Initiative, welche in dieser Woche im Nationalrat diskutiert wurde. Man distanziere sich «in aller Form» davon, heisst es in einer Medienmitteilung. Die Initiative will ein Bauverbot von Minaretten in der Verfassung festschreiben. Der Bundesrat und die Staatspolitische Kommission des Nationalrates lehnen die Initiative, die von SVP-nahen Kreisen stammt, ab.

«Vorurteilslos begegnen»

Man sei überzeugt davon, dass ein Verbot von Minaretten nicht zum Frieden in der Schweiz beitragen würde, schreibt der «Runde Tisch der Religionen» weiter. Mitglieder des «Runden Tisches» sind die Religionsgemeinschaften von Hinduismus, Judentum, Buddhismus, Christentum, Islam, Sikh und Bahai. Die in Teilen der Bevölkerung spürbare Verunsicherung vor Fremdem, Sorge um Verlust der eigenen Identität bis hin zur Furcht vor Gewalt können «keinesfalls durch ein Minarett-Verbot» überwunden werden, heisst es weiter. Die Initiative widerspreche zudem der humanen und liberalen Tradition der Schweiz. Statt Minarette zu verbieten, gehe es vielmehr darum, den in der Schweiz wohnhaften Moslems «vorurteilslos zu begegnen und sie kennen zu lernen». Sie alle mit «pauschalen Urteilen unter Sippenhaft für Gewaltakte einiger weniger zu belegen», grenze an Rassismus.

Auseinandersetzung notwendig

Es ist nach Meinung der Mitglieder des «Runden Tisches» in der aktuellen Weltlage eine Notwendigkeit, sich mit anderen Religionen auseinanderzusetzen. Dass oft als Argument gegen einen solchen Dialog eingewendet werde, in moslemischen Ländern würden die Menschenrechte mit Füssen getreten, lasse man nicht gelten. Denn man dürfe nicht Gleiches mit Gleichem vergelten.

Anliegen des «Runden Tisches» ist es, auf der Grundlage der allgemeinen Menschenrechte für die Religions- und Kultusfreiheit aller Religionsgemeinschaften einzustehen. Man tue dies im Wissen darum, dass es nur einen Gott gebe und die allen Religionen zugrunde liegende Wahrheit dieselbe sei. (pd/kl)





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