Tagblatt Online, 31. Oktober 2008 01:00:32
Wohnen über der Migros
Wohnen und Einkaufen: Am Trischliplatz in Rorschach entstehen auf durchgehendem Sockel fünf Wohnblöcke mit neuen Migros-Verkaufsräumen im Erdgeschoss.
Der Gestaltungsplan Trischliplatz in Rorschach liegt auf: Für eine Migros-Filiale im Erdgeschoss und fünf auf diesem Sockel verteilte Häuser mit gegen 50 Mietwohnungen.
Fritz Bichsel
Rorschach. Bauherrin des Komplexes ist die Swissbuilding Concept AG in St. Gallen. Den Bau ausführen wird ihre Muttergesellschaft Bauengineering, Architekt ist Hubert Bischoff, Wolfhalden. Dieser hatte den von Migros und Stadt vergebenen Studienauftrag gewonnen. Die Stadt beteiligt sich als Verkäuferin eines Drittels des Bodens und Eigentümerin des öffentlichen Teils der Parkplätze. Die Migros will ihren Teil mit 2800 Quadratmetern mieten und die bisherigen Räume auf der anderen Strassenseite aufgeben. Swissbuilding beabsichtigt nach Auskunft von Projektleiter Edgar Wick, den Komplex nach dem Bau zu verkaufen. Gemäss Stadtpräsident Thomas Müller gibt es bereits Kaufinteressenten: «Rorschach ist nun auch für institutionelle Anleger wieder interessant.»
Projekt etwas reduziert
Die Pläne entsprechen dem Entwurf von Hubert Bischoff. Die Häuser mit 21/2- bis 51/2-Zimmer-Wohnungen werden vier bis sechs Geschosse über dem einstöckigen Sockel hoch. Und statt vier gibt es nur zwei Untergeschosse.
Die Untergeschosse stellten eine Knacknuss des Projekts dar. «Wir strebten ein drittes Tiefgarage-Geschoss an. Doch das erwies sich wegen schwieriger geologischer Verhältnisse mit Grundwasser als nicht finanzierbar», erklärt der Stadtpräsident. Nun sind rund 200 Parkplätze geplant. 140 sollen öffentlich sein und von der Stadt mit Gebühren betrieben werden.
Thomas Müller plädiert für Tiefgaragen hier und an weiteren Standorten im Eigentum der Stadt: «Das kostet zwar, wird aber langfristig ein Geschäft. Zudem kann die Stadt so Gebühren und Verkehrsfluss steuern.» Die Überbauung erreicht man zu Fuss durch die zur Feuerwehrstrasse erweiterte Fussgängerzone. Fahrzeuge kommen von der Trischlistrasse her. Für Postautos wird eine Haltestelle eingerichtet. Der Sockel, der aufgrund des Gefälles zum Teil ebenerdig zu liegen kommt, wird mit Spielanlagen und als öffentliche Wegverbindung gestaltet.
«Ein Schlüsselprojekt»
Der vom Kanton vorgeprüfte und vom Stadtrat genehmigte Gestaltungsplan wird im November aufgelegt. Bis Februar oder März will Swissbuilding das Baugesuch einreichen. Dann werden auch die Bürger mitbestimmen: beim Umteilen des Bodens der Stadt in die Bauzone und beim Kredit für die Tiefgarage. Findet alles Zustimmung, soll von Herbst 2009 bis 2011 gebaut werden.
Stadtpräsident Müller freut sich, dass dieses vor zwei Jahrzehnten gescheiterte Vorhaben nun angegangen wird. Er bezeichnet es als «ein Schlüsselprojekt für Rorschach». Wenn ein Grossverteiler ausbaue, bringe das auch dem Ladengewerbe mehr Frequenz. Und das Stadtzentrum werde stark aufgewertet.
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