Tagblatt Online, 20. Juli 2010 07:15:00
Teufen diskutiert Strassentunnel
(Bild: Archivbild: Urs Bucher)
TEUFEN/ST.GALLEN. Die Idee eines Strassentunnels von der Lustmühle bis zum Autobahn-Anschluss Kreuzbleiche wurde im Frühjahr lanciert. Der Quartierverein Riethüsli unterstützt sie mit einer Petition. Nun werden auch die Teufner zu ihrer Meinung befragt.
Über die Durchmesserlinie der Appenzeller Bahnen (AB), die von Trogen über St. Gallen nach Appenzell führen soll, wird seit längerem heftig diskutiert. In diesem Zusammenhang lancierte der Teufner Mathias Schreier die Idee, statt des 90-Millionen-Projekts einen Strassentunnel von der Lustmühle bis zum Autobahnanschluss Kreuzbleiche zu bauen. Dadurch würde die Bahnstrecke von St. Gallen nach Appenzell gestrichen, die Passagiere könnten laut Schreier mit dem Bus transportiert werden.
Nun ist die Teufner Bevölkerung gefragt. Gemäss der Nachrichtenagentur SDA hat die Dorfzeitung «Tüüfner Poscht», das Publikationsorgan der Gemeinde, eine Umfrage unter dem Titel «Bahn oder umsteigen auf Bus?» gestartet. Die Teufner Bevölkerung solle sich entscheiden, ob sie an der Bahn festhalten oder auf den Bus umsteigen wolle, sagte Schreier gegenüber der SDA.
Idee nicht neu
Auch der Quartierverein Riethüsli unterstützt das Projekt. An seiner letzten Mitgliederversammlung beschloss er, eine Petition für den Strassentunnel zu lancieren. Mit der Idee seien alle Verkehrsprobleme gelöst und das Quartier werde entlastet, sagte Vereinspräsident Hannes Kundert. Das Quartier spreche sich damit aber nicht gegen die Durchmesserlinie und den geplanten Ruckhalde-Tunnel aus.
Die Idee eines Autotunnels ist nicht neu. Bereits vor sechs Jahren reichte Kundert, damals noch Stadtparlamentarier, eine entsprechende Interpellation ein. Sie wurde vom Stadtrat verworfen.
AB stellen Varianten vor
Die Appenzeller Bahnen wollen sich zum Autotunnel nicht äussern, obwohl das Projekt die AB konkurrenziert. Es handle sich dabei um ein Strassenprojekt und sei schliesslich eine politische Frage, sagt Mediensprecher Alexander Liniger auf Anfrage. Die AB konzentrierten sich nun lieber darauf, mit dem Quartier Riethüsli eine gute Lösung für die Durchmesserlinie zu finden. Die Bewohner wehren sich heftig gegen die geplante Umfahrung während der Bauzeit und die Lage des Tunnelportals. Laut Liniger wollen die AB im Herbst über mögliche Alternativen zum jetzigen Projekt informieren. Abklärungen seien noch im Gang. Parallel laufen die Verhandlungen über die 30 Einsprachen, welche zum Projekt eingegangen sind. Liniger rechnet damit, dass diese frühestens Ende Jahr abgeschlossen sind. (km)
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Kommentar lesen
Alfons.Wirth (20. Juli 2010, 08:29)
Strassentunnel Liebegg – Kreuzbleiche
Eigentlich wärs ja einfach, wenn man die Bahn im Strassentunnel fahren lässt. was spricht denn dagegen bei einer Strassenbahn?
Beitrag kommentierenAlfons Wirth
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