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Tagblatt Online, 15. Juni 2012 01:04:00

Fall «Rossbüchel» vor Gericht

Brandruine Restaurant Rossbüchel Zoom

Das Restaurant Rossbüchel, wie es sich seit zweieinhalb Jahren präsentiert: Verschlossen und als Brandruine. (Bild: Archivbild: Hanspeter Schiess)

GRUB SG. Im November 2009 war es, als der «Rossbüchel» lichterloh brannte. Gestern stand der damalige Pächter vor Gericht. Unter anderem wegen Brandstiftung. Ein Urteil steht noch aus.

CORINNE ALLENSPACH

Das Restaurant Rossbüchel auf dem Fünfländerblick hat eine wunderbare Aussicht – und eine bewegte Geschichte. Gleich mehrere Male gingen seine Betreiber in der Vergangenheit in Konkurs, und am 5. November 2009 brannte der «Rossbüchel» fast zur Hälfte ab. Seither thront dort, hoch oben über dem Bodensee, eine Brandruine.

Bereits kurze Zeit nach dem Brand machten Gerüchte die Runde, der damalige Pächter habe den Brand selbst gelegt. «Weshalb sollte ich mein Restaurant anzünden?,» sagte er damals auf Anfrage (Tagblatt vom 25. November 2009). In den acht Monaten, seit er den «Rossbüchel» führe, sei es «nach kleineren Anlaufschwierigkeiten immer besser gelaufen». Und erst kürzlich habe er einen neuen Koch eingestellt.

Teppiche, Uhren, Schmuck

Gestern nun musste sich der 48-Jährige vor dem Kreisgericht St. Gallen erklären. Dem ehemaligen Pächter wird vorgeworfen, er habe das Feuer selber gelegt, um Geld von der Versicherung zu erhalten. Unter anderem für wertvolle Seidenteppiche, Kleider oder Uhren. Bevor er das Restaurant Rossbüchel als Pächter übernommen hatte, war er lange im Verkauf tätig. Zuletzt vertrieb er Edelsteine, Schmuck und Teppiche, wie er vor drei Jahren gegenüber dem Tagblatt sagte. Zur Last gelegt wird ihm nebst Brandstiftung unter anderem auch mehrfache Urkundenfälschung oder mehrfach versuchter Betrug.

Die Gerichtsverhandlung zog sich gestern bis in den Abend hinein. Bis Redaktionsschluss lag noch kein Urteil vor. Laut Auskunft des Kreisgerichts sei es offen, ob die Beratungen des Gerichts auf heute vertagt werden.

100 Feuerwehrleute im Einsatz

Gebrannt hat der «Rossbüchel» vor zweieinhalb Jahren, am 5. November 2009, mitten in der Nacht. Die Regionale Feuerwehr Heiden–Grub–Eggersriet–Wolfhalden war ab halb vier Uhr morgens mit insgesamt über 100 Personen im Einsatz. Die Löscharbeiten dauerten bis weit in den Tag hinein, da mehrere versteckte Glutnester gelöscht werden mussten. Personen kamen dabei keine zu Schaden.




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