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Tagblatt Online
10. Februar 2016, 07:43 Uhr

Den Winter verabschieden

Die Weihnachtsbäume liegen bereit. Am Funkensonntag sind sie in Wittenbach der Treibstoff, damit der Böögg schnell den Kopf verliert. Zoom

Die Weihnachtsbäume liegen bereit. Am Funkensonntag sind sie in Wittenbach der Treibstoff, damit der Böögg schnell den Kopf verliert. (Bild: ky/Ennio Leanza)

Nächsten Sonntag wird vielerorts der Böögg verbrannt, in der Hoffnung auf einen baldigen Frühling. So auch in Wittenbach. Dort zeigen immer weniger Kinder Interesse am Brauch. Werbeaktionen zeigen aber Erfolg.

CYRIL JANAK

WITTENBACH. Obwohl der aktuelle Winter weder besonders kalt noch besonders schneereich war, wird auch dieses Jahr am Funkensonntag vielerorts der Böögg verbrannt. Ein Tag, an dem man die «bösen» Wintergeister vertreiben will, im Glauben, dem Frühling näherzukommen. Entstanden ist der Brauch vor vielen Jahren, als unsere alemannischen Vorfahren mit viel Lärm und Geschell die Geister vertreiben wollten. Symbolisch dazu entfachten sie ein grosses Feuer. In Wittenbach wird der Brauch nun schon seit mehr als 50 Jahren gepflegt.

Guggen, Hexen und Kläuse

Auch am kommenden Sonntag wird auf der OZ-Wiese wieder der Funken entzündet. Ab 17.30 Uhr besammeln sich die teilnehmenden Schüler beim Schulhaus Dorf. Dort verkleiden sie sich als Schellenkläuse und Hexen. Um 18 Uhr beginnt der Umzug auf der Dorfstrasse zum Schloss Egg, über die Dottenwiler- und Grünaustrasse bis zum Funkenplatz neben dem Oberstufenzentrum Grünau. Der Funke wird circa 20 Minuten später gezündet. Um 18.45 Uhr beginnt der Rückmarsch der weissen Kläuse mit «Trömmelern», ein wenig später folgen die braunen Hexen begleitet von der Guggenmusik Moschtoniker. Die mitwirkenden Kinder werden dann gemäss Mitteilung der Veranstalter mit warmen Tee und einem Imbiss verpflegt. Pfadfinder verkaufen für die Besucher zudem heisse Getränke, Wurst mit Brot und andere Snacks.

Je schneller, desto besser

Damit es ein grosses Feuer gibt, benötigt es genug Holz. Dafür ist bereits gesorgt: Die gesammelten Wittenbacher Weihnachtsbäume dienen am Sonntag als Brenngut. Nachdem der Funke übergesprungen ist, machen die Kinder einen Reigen, einen Tanz, Hand in Hand um den Böögg. Nun werden die Minuten gezählt. Je schneller der Böögg seinen Kopf verliert, umso weniger lang dauert es noch, bis der Frühling kommen wird. In Wittenbach hat es letztes Jahr 24 Minuten gedauert, bis der Böögg den Flammen auf dem Scheiterhaufen klein beigegeben hat.

Gemäss Wetterprognosen und aktuellen Temperaturen sollte er dieses Jahr wesentlich schneller den Kopf verlieren.

Werbeaktionen in den Schulen

Seit über 30 Jahren ist Sidi Eberhard im Organisationskomitee des Funkensonntags. Am Brauch hat sich nicht viel verändert. «Früher haben die Lehrer mit den Schülern noch Lieder eingeübt und gesungen, ansonsten hat sich nichts geändert», sagt Eberhard. Er findet es schade, dass es immer weniger Kinder gibt, die den Anlass mitgestalten und mitverfolgen. «Die Kinder haben heute halt andere Interessen. Für ein Glas Punsch kommen sie nicht auf die Wiese.» Eberhard hat einige Werbeaktionen in den Schulen durchgeführt, welche die Kinder motivieren sollen, am Sonntag auf die OZ-Wiese zu kommen. Die Werbeaktionen zeigten bereits letztes Jahr Wirkung. Es haben wieder mehr Kinder beim Umzug mitgemacht als die Jahre zuvor. «Ich hoffe, dass wir auch dieses Jahr wieder viele Schüler begeistern konnten», sagt Eberhard.

Alles bleibt beim alten

Auch kommenden Sonntag findet alles im normalen Rahmen statt. Die Bäume werden am Samstag auf die Wiese verfrachtet und dann aufgestellt. Das Gerüst für das Feuer bauen die Pfadfinder auf.



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