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Tagblatt Online, 02. September 2008 07:53:00

«Hunde, die bellen, beissen nicht»

In Wittenbach fand erstmals ein Kurs für Nicht-Hundehalter statt

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Die Angst vor Hunden verlieren: Das können Nicht-Hundehalter neuerdings an einem Kurs der Hundeschule Alltagshund lernen. (Bild: Bild: Michel Canonica)

WITTENBACH. Fremden Hunden ohne Angst begegnen und ihr Verhalten richtig interpretieren: Das sind Ziele des Nicht-Hundehalter-Kurses der Hundeschule Alltagshund.

sandra hanselmann

Wer beschliesst, sich einen Hund zuzulegen, verpflichtet sich neuerdings dazu, mit diesem einen Ausbildungskurs zu absolvieren. Dieser Kurs soll Hundehaltern helfen, ihren Hund besser kennenzulernen und ihn in Alltagssituationen unter Kontrolle zu haben. Doch wie steht es um das Verhalten von Nicht-Hundehaltern bei der Begegnung mit Hunden?

Diese Frage haben sich auch Marlis und Eva Zwicker von der Hundeschule Wittenbach gestellt. Sie bilden seit rund einem Jahr Hundehalter und deren Hunde auf verschiedenen Altersstufen aus. Vergangenes Wochenende führten die beiden erstmals einen Kurs für Nicht-Hundehalter durch. «Wenn Mensch und Hund sich begegnen», sagen Marlis und Eva Zwicker, «kann man auch als Nicht-Hundehalter etwas dazu beitragen, unangenehme Konfrontationen zu vermeiden.» Man müsse eben nur wissen wie. Und genau dieses Wissen und ihre Erfahrungen im Umgang mit Hunden wollen sie von nun an nicht mehr nur an Hundebesitzer, sondern auch an interessierte Nicht-Hundebesitzer weitergeben.

Augenkontakt vermeiden

Der Nicht-Hundehalter-Kurs soll den Leuten Tips geben und helfen, Ängste vor Begegnungen mit Hunden abzubauen. Auf die Idee, einen solchen Kurs zu organisieren, sind die beiden durch Anfragen von Bekannten gekommen, die im Alltag oft Hunden begegnen und sich dabei unsicher fühlen. Wer kennt nicht die unangenehme Begegnung mit dem kläffenden Appenzeller Sennenhund, der nebst den Kühen auch gerne einmal Wanderern in die Wade beisst? Solchen Situationen kann laut den Hunde-Kennerinnen mit dem richtigen Verhalten des Menschen vorgebeugt werden.

Die Kursteilnehmer des – gemäss Organisatoren – ersten und bisher einzigen Nicht-Hundehalter-Kurses der Region erhielten am Samstag viele hilfreiche Tips, wie zum Beispiel, dass man einem Hund niemals direkt in die Augen schauen sollte. «Direkten Augenkontakt interpretiert der Hund als Drohverhalten des Menschen und fühlt sich dadurch angegriffen», erklärt Eva Zwicker.

Theorie und Praxis

Die Zeichen des Hundes seien oft eindeutig, würden aber von den Menschen häufig falsch interpretiert oder gar missachtet. So beschreibt Eva Zwicker beispielsweise das Verhalten eines aggressiven Hundes – im Gegensatz zur allgemeinen Annahme – als ruhig und zielgerichtet. Und bestätigt das Sprichwort: «Hunde die bellen, beissen in der Regel nicht.»

Ziel des Kurses sei es, dass sich nicht alles nur um den Hund drehe, sondern vor allem auf die Probleme und Ängste der Kursteilnehmer eingegangen würde. Dies gehe jedoch nicht ganz ohne das Verständnis für die Perspektive des Hundes. Somit entschieden die beiden, in ihrem umfangreichen Programm auch die theoretischen Grundlagen des Hunde-Verhaltens aufzuzeigen. Im zweiten, eher praktischen Kursteil werden diese Grundlagen dann an Zwicker's Hunden demonstriert und ausprobiert. Die Kursteilnehmer gehen beispielsweise mit den Hunden spazieren – damit sie auch einmal das andere Ende der Leine erleben können.





Leser-Kommentare:
1 Beitrag

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hael (02. September 2008, 12:45)
Hunde, die bellen, beissen nicht

Schade, dass es immer wieder die Appenzeller sind, die als Beisser hingestellt werden.
Für solche Behauptungen sollten vielleicht doch mal die Statistiken zu Hilfe genommen werden.

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