Tagblatt Online, 02. März 2010 01:03:45
Zukunftsmusik für Appenzeller Bahn und VBSG
Vor kurzem äusserte sich Stadtrat Fredy Brunner an einer Medienorientierung der Appenzeller Bahnen zu einer «Stadtbahn». Was meinte er damit?
st. Gallen. Für 90 Millionen Franken planen die Appenzeller Bahnen (AB) eine Durchmesserlinie von Appenzell nach Trogen. Kernstück ist der Ruckhalde-Tunnel sowie die Verbindung der Linien Appenzell-St. Gallen und Trogen-St. Gallen im Gaiserbahnhof. Das Projekt wurde kürzlich an einer Medienorientierung vorgestellt (Tagblatt vom 18. Februar). Anwesend war auch der St. Galler Stadtrat Fredy Brunner, der aus Sicht der Stadt die Vorteile einer Durchmesserlinie erläuterte.
Eigenes Trassee für «Stadtbahn»
Fredy Brunner erwähnte dabei drei Punkte. Erstens sei diese sogenannte Südschaukel wichtig für die Neugestaltung des Bahnhofplatzes. Durch die unterirdische Linienführung würde zweitens im Gebiet Ruckhalde und Ruhsitz eine attraktive Wohnzone entstehen. Dadurch würden schliesslich auch die oberirdischen Bahnübergänge im Riethüsli wegfallen und so die Sicherheit erhöht.
An diese Vorteile knüpfte Fredy Brunner weitere Überlegungen an. Denn im Zusammenhang mit der geplanten VBSG-Eigentrassierung auf der Ost-West-Achse der Stadt sieht er Synergien mit den Appenzeller Bahnen. Im Entwurf zur Richtplanung, der im Laufe dieses Jahres in die Vernehmlassung kommen soll, sind Machbarkeitsstudien für Teilabschnitte der separaten Fahrbahn für den öffentlichen Verkehr (öV) enthalten.
Diese könnte in einem nächsten Schritt auch als Trassee für eine «Stadtbahn», ein Tram oder eine Vorortsbahn, bieten.
Gemeinsames Depot?
Bei dieser Zukunftsmusik sieht Fredy Brunner in einer gemeinsamen Infrastruktur von AB und VBSG mögliche Synergien. Denkbar sei dies etwa bei einem Depot, aber auch dem Rollmaterial. Auch die allfällige Planung einer neuen öV-West-Zufahrt zum Bahnhof mittels eines Tunnels spreche man mit den AB ab. Die Fahrzeuge könnten nämlich just beim Gaiserbahnhof wieder ans Tageslicht kommen. (kl)
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