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Tagblatt Online, 07. Juni 2011 07:33:00

Zu viele Taxis in der Stadt

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Warten auf Kundschaft: In der Stadt gibt es zu viele Taxis. Die Konzessionen werden nun beschränkt. (Bild: Reto Martin)

Zu wenig Stellplätze, zu viele Fahrzeuge: Der Taxi-Markt leidet an einem Überangebot. Nun schiebt die Stadt dem explosiven Wachstum einen Riegel vor und beschränkt die Zahl der Taxi-Konzessionen. Das kommt in der Branche gut an.

Tobias Hänni

2008 waren es 152. Im Dezember 175. Und Anfang März bereits 180. Seit das Taxigewerbe 1994 liberalisiert wurde, ist die Zahl der Taxis in der Stadt förmlich explodiert (Kasten). Damit die städtische Taxiflotte nicht noch weiter anwächst, hat der Stadtrat vergangene Woche eine Plafonierung der Taxi-Konzessionen beschlossen. «Der Nachtrag zum Taxireglement beschränkt die Zahl der Konzessionen per sofort auf 145», sagt Heinz Indermauer, Stabschef für Soziales und Sicherheit. Eine Zustimmung des Parlaments brauche es nicht, da das Reglement dem Stadtrat die Kompetenz zur Beschränkung gebe.

Rotierende Taxis stören Verkehr

Bloss: Die Zahl der erteilten Konzessionen kann der Stadtrat mit der Massnahme nicht senken. Die 180 erteilten Konzessionen bleiben laut Indermaur uneingeschränkt gültig. Das sind zurzeit immerhin 35 zu viel. «Kurzfristig können wir daran nichts ändern. Wir wollen das Wachstum langfristig unterbinden», sagt Indermaur. So lange die Zahl der Konzessionen über 145 liege, würden deshalb keine neuen Bewilligungen erteilt. Indermaur begründet den Entscheid des Stadtrats mit «verkehrlichen Behinderungen». «Da es zu wenig Stellplätze gibt, kursieren die Fahrer in deren nahen Umgebung.» Gerade beim Bahnhof mit den engen Platzverhältnissen und dem dichten öV-Verkehr führe dies zu Störungen des Verkehrsablaufs.

«Rückgang wird lange dauern»

Neueinsteiger wird es im Taxigewerbe in der nächsten Zeit demnach nicht geben. Ebenso wenig einen Ausbau der Taxiflotte bei bestehenden Unternehmen. Trotzdem kommt die Beschränkung bei den Taxiunternehmern gut an. «Eine Aufstockung lohnt sich schon seit Jahren nicht mehr», sagt Hanspeter Feiss, Geschäftsführer der Sprenger AG, eines der grössten städtischen Taxiunternehmen. Es gebe deutlich zu viele Taxis in St. Gallen. «Die Beschränkung war wegen der geringen Anzahl Stellplätze schon seit langem fällig», sagt Feiss. Dass nun die Zahl der Taxis abnimmt, glaubt er nicht. «Ich zweifle daran, dass ein Unternehmer seine Konzession freiwillig zurückgibt». Ein Rückgang auf die gewünschten 145 Taxis könne deshalb lange dauern.

Tiefe Löhne, schlechter Service

Dieser Meinung ist auch Richard Tschannen. Der Geschäftsführer der UG24-Tankstelle am Unteren Graben war bis 2002 in der Taxibranche tätig. «Die Massnahme wäre schon damals nötig gewesen», sagt Tschannen. Das Überangebot an Taxis drücke auf den Lohn, der meistens vom Umsatz des einzelnen Fahrers abhänge. Das wirke sich negativ auf den Service aus. «Zu den Randzeiten arbeiten viele Taxifahrer gar nicht», sagt Tschannen. Viele kleine Unternehmen mit einem oder zwei Fahrzeugen hätten lediglich für die lukrativen Zeiten eine Konzession beantragt. «Es war klar, dass es zu dem Überangebot kommen wird», sagt Tschannen.





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