Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 12. Juni 2012 17:35:00

Teil-Schuldenerlass für FC St.Gallen

ST.GALLEN. Das St.Galler Stadtparlament erlässt dem FC St.Gallen knapp 600'000 Franken Kosten für Polizeieinsätze in den Jahren 2009 und 2010. Es hat am Dienstag einer Vorlage mit wenigen Gegenstimmen zugestimmt, den Kostenschlüssel der seit 2011 geltenden «Lex Arena» rückwirkend anzuwenden.

Ein Antrag von Thomas Schwager (Grüne), den Beschluss dem fakultativen Referendum zu unterstellen, scheiterte ganz knapp.

In der Eintretensdebatte waren die nach wie vor hohen Sicherheitskosten und unverhältnismässige Polizeieinsätze bei den Spielen des FC St.Gallen kritisiert worden. Sie hoffe, heute werde zum letzten Mal über einen Kostenerlass diskutiert, sagte eine SP-Sprecherin.

Die neue Regelung sei keine Neuauflage der Sanierungsvorlage, sagte Stadtrat Nino Cozzio. Ende August 2010 hatten die Verantwortlichen der AFG-Arena und des FC St.Gallen ein 16-Mio.-Sanierungspaket präsentiert. Es sah Finanzspritzen der Stadt von 2 Mio. Franken und des Kantons von 4 Mio. Franken sowie einen Schuldenerlass durch mehrere Banken vor.

Das Stadtparlament lehnte den Beitrag Ende Oktober 2010 aber klar ab. Der Kantonsrat trat einen Monat später gar nicht erst auf eine 4-Millionen-Rettungsvorlage ein. Private Geldgeber retteten den FC St.Gallen und die verschuldete AFG-Arena schliesslich vor dem Konkurs.

Mit der «Lex Arena» muss der FC St.Gallen der Stadt weniger an die Sicherheitskosten der Spiele in der AFG-Arena bezahlen: Der Verein trägt 60 Prozent, die Stadt 40 Prozent. Dafür braucht der Klub für jedes Heimspiel eine Bewilligung der Stadt.

Aus den Jahren 2009 und 2010 schuldet die FC St.Gallen Event AG der Stadt noch 1,17 Millionen Franken. Mit der neuen Regelung verringert sich der Betrag der offenen Rechnungen um 587'000 Franken. Die verbleibende Forderung wird nicht verzinst und muss in zehn jährlichen Raten beglichen werden. (sda)


Leser-Kommentare:
11 Beiträge

Kommentare lesen

schwizer (15. Juni 2012, 14:59)
Genau zum...

...richtigen Zeitpunkt - dies hilft mir bei meiner Entscheidung von SG wegzuziehen! Soeben entgehen dem Kanton FR 15'000.- Steuereinnahmen! Ich hoffe meinem Beispiel werden noch VIELE folgen!

Beitrag kommentieren

gallenblog.wordpress.com (20. Juni 2012, 22:13)
Da...

musst du schon ein pauschalbesteuerter Ausländer sein, um für die Steuerbehörder interessant zu sein.

Ausser als Beschäftigungsprogramm für Beamte (Kontrolle deiner Steuererklärung, Besichtigung deiner Eigentumswohnung etc.) zählst du nichts.

Würden 100 Familien deinem Beispiel folgen, wären das für die Stadt Peanuts.
Ein einziger zusätzlicher ausländischer Steuermillionär kann das locker kompensieren.

Also macht man Politik für Superreiche und das Fundament Mittelstand wird fallen gelassen.

Beitrag kommentieren

stan (14. Juni 2012, 22:34)
Die dümmsten Kälber.....

...sitzen im Stadt St. Galler Parlament (sorry liebe Nein-Stimmer). Schenken die eine Hälfte der vertraglich geschuldenten Kosten (wenn nicht geschuldet gibt es doch Verantwortliche, her mit den Namen), und der Rest wird in 10 Jahresraten abgestottert.....nach zwei Jahren spätestens wird dann der Rest gestrichen. Wo herrgottszeiten ist unsere SVP???? Die will doch überall den Gürtel enger schnallen und den sorglosen Umgang mit unseren Steuergeldern verhindern? Stadt St. Galler SVP-ler meldet euch!

Beitrag kommentieren

Alpenkalb (13. Juni 2012, 11:15)
Der dumme St. Galler Steuerzahler...

.. wählt dann die Parlamentarier, die ihn eben wieder vorgeführt haben, nächstes Mal brav wieder. Die Politik-Sport-Mafia aller Parteien funktioniert eben auch hierzulande allerbestens.

Beitrag kommentieren

ith.eduard (13. Juni 2012, 09:54)
Unglaubwürdig und rechtlich höchst fragwürdig!

Wie passt dies zusammen? Beim Kanton jammert die Stadt St. Gallen (vertreten durch Stapi Scheithlin FDP) um mehr Geld. Sozio-demographischer Ausgleich heisst der neue hochschul-gebildete Ausdruck, um aus dem Finanzausgleich mehr Geld vom Kantonssteuerzahler zu erhalten. Kaum ist diese Vorlage vom Kantonsrat gutgeheissen, wird bei der Stadt St. Gallen grossmäulig einem Privaten - sprich dem FCSG - seine Schulden in der Höhe von Fr. 600'000.- erlassen.

Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern auch rechtlich höchst fragwürdig. Nicht zuletzt, weil die Stadt aus der arg gebeutelten Kantonskasse reichlich Geld erhält! Herr Stadtpräsident Scheithlin, das ist auch unser Geld das sie hier so grosszügig davon schwimmen lassen! Können Sie das als FDP-Politiker tatsächlich auch gegenüber den Kantonsbürger und Steuerzahler verantworten??? Wenn das bürgerliche Politik der Zukunft ist, dann gute Nacht….

Beitrag kommentieren

fotonix (13. Juni 2012, 05:44)
Jetzt reicht es

Sparpaket II auf den Weg bringen, Mittelschulen WMS/WMI abschaffen wollen und auf der anderen Seite Geld wie Heu?! Da sollte man doch mal eine Klage wegen Steuerverschwendung einreichen ...

Beitrag kommentieren

vesche (13. Juni 2012, 00:39)
Unterstützung?

Es geht doch hier nicht um Unterstützung, sondern um einen Erlass der völlig überissenen kosten für Polizeieinsätze aus früheren Jahren. Gegenüber anderen Städten ist der FCSG hier klar benachteilligt. Heute hat es ausserdem weit weniger Polizisten an den Spielen als damals. Klarer Beleg dafür, dass man früher übertrieben hat. Ausserdem ist ein Verein der an jedem Spiel mehr als 10'000 Zuschauer anzieht wohl wichtig für die Region. Was das mit EL zu tun hat oder Sparmassnahmen kann ich nicht nachvollziehen. Aber Hauptsache man hat sich mal beschwert.

Beitrag kommentieren

PeterFox (12. Juni 2012, 22:00)
Wo ist da die Gerechtigkeit

Das nennt man gerechtes Verteilen. Bei den EL Bezügern wird gespart damit der Staat den König Fussball unterstützen kann. Weiter so!!

Beitrag kommentieren

diethelm (12. Juni 2012, 21:46)
Das passt nicht zusammen,

dass man dem FC St. Gallen Schulden erlässt und gleichzeitig an allen möglichen Orten spart.

Beitrag kommentieren

hawi (12. Juni 2012, 19:50)
Verbleibende Forderung

Der Dumme ist und bleibt der Steurezahler! Der FCSG und das dazugehörende Mausoleum gewisser Herren ist und bleibt ein Fass ohne Boden!

Beitrag kommentieren

baerloch (12. Juni 2012, 22:00)
Teil-Schuldenerlass für FG St.Gallen

Es ist zu hoffen, dass unsere grossmehrheitlich dem FC St.Gallen sehr wohl gesinnten Stadtparlamentarier eine Dauerkarte für die Saison 2012/13 gratis erhalten. Dies ganz nach dem Motto "Es guets git wider es guets." Evtl. schon in Bälde beim nächsten Schuldenberg der Kicker.
Ein Steuerzahler ohne FC Gallen-Interesse

Beitrag kommentieren

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

tagblatt.ch / leserbilder

facebook.com / tagblatt

 ...