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Tagblatt Online, 28. Mai 2010 09:26:00

Stadtstreicher

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…70 000 Menschen in derselben Stadt oder warum Jugendliche in Wäldern weniger stören…

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle über die Schönheit von Pfingsten jubilieren, doch dann kam mir die Aktualität dazwischen und liess all die Schönheit in schwarzer Trauer versinken.

So wie's aussieht, kann wieder mal eine einzige griesgrämige Person tausend anderen den Spass verderben. Sie haben's erraten, ich spreche vom Kugl.

Für Nichtkenner: Dies ist ein Ort, wo junge und junggebliebene Leute hingehen, um zu feiern, sich kennenzulernen und hin und wieder ordentlich über die Stränge zu schlagen. Da wird's oft laut, manchmal unschön, aber in den allermeisten Fällen einfach feucht und natürlich fröhlich. Und alle Nachbarn haben sich damit abgefunden.

Alle Nachbarn? Nein! Ein einziger leistet den lebenslustigen Menschen Widerstand, und zwar mittlerweile vor Bundesverwaltungsgericht. Tja, das ist nun mal der Rechtsweg. Der übrigens nicht hätte beschritten werden können, wenn man genau durch Ihren Garten die Gotthard-Autobahn gebaut hätte. Und ich denke, auch die Olma könnte man über diesen Weg nicht abschaffen, nur weil die Menschen da drei Wochen im Jahr genau vor Ihrem Schlafzimmerfenster Achterbahn fahren. Denn es gibt nun mal Wichtigeres als Ihr Gärtchen oder Ihre Nachtruhe.

Und so denke ich auch übers Kugl und über den griesgrämigen Nachbarn. In einer Stadt gibt's nun einmal junge Leute, und die müssen irgendwo laut sein können.

Wissen Sie, wie's die Menschen auf dem Land machen? Sie gehen in den Wald! Das ist da kein Problem. Doch was würde wohl dieser Einsprecher sagen, wenn ständig Tausende von Jugendlichen in den Wäldern um St. Gallen sässen? Ich schätze, ihm wär's egal, solange sie nicht vor seinem Fenster sitzen.

Deshalb ein Tip an ihn (oder sie): Zieh aufs Land! Dann hast Du Ruhe, und uns kann's egal sein, wo Du sitzt.

Lukas Bollhalder





Leser-Kommentare:
4 Beiträge

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cse (03. Juni 2010, 10:11)
Selbst schuld

Es ginge auch mit weniger Lärm und vor allem mit weniger Abfall.
Wieso muss man überhaupt ständig etwas konsumieren und damit Abfall verursachen?
Gehört das einfach zu einer Konsumgesellschaft?
Wenn es sich wenigstens mehrheitlich um städtische Jugendliche handeln würde.
Nein, die meisten kommen aus langweiligen Schlafgemeinden der Agglo und wollen dann in der Stadt, wo sie niemand kennt, die Sau rauslassen.

Wer nicht bereits ist Rücksicht und Eigenverantwortung zu übernehmen, ist letztendlich selbst schuld, wenn dann der Staat eingreifen muss und Freiheiten einschränkt.
Ihr wolltet alles und habt nun nichts.

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Rouven (31. Mai 2010, 18:22)
@scrapothekerin

wichtig finde ich, dass eine Sache wie der störende Abfall, der zu einem gewissen Teil nachvollzogen werden kann, sich bitte auch bei den entsprechenden Personen melden.
Nach Nachfragen bei den Kugl Verantwortlichen gingen keine Beschwerden diesbzgl. ein, zumindest nicht in der letzten Zeit und das Kugl gibt es seit nunmehr seit 6 Jahren... Kritik am besten jeweils direkt an die Verantwortlichen richten. Kontaktadresse zu finden auf der Kugl Seite oder im Telefonbuch. Ich kann mir gut vorstellen, dass solch eine Kritik auch entgegen-genommen wird und dazu Stellung bezogen werden kann.

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scrapothekerin (28. Mai 2010, 16:30)
....

Auch wir sind Fast-Anwohner und wir stören uns nicht wegen Lärm oder Musik. Was aber wirklich mühsam ist, sind die Abfallberge, die jedes Wochenende Garten & Parkplatz "zieren".Es muss doch jedem bewusst sein, der Bierflaschen, Joints, Zigis oder Getränksdosen liegen lässt, dass IRGEND jemand diesen Müll entfernen muss. Wieso kann man ihn denn nicht gleich selbst mitnehmen? KUGL ja, aber ich will deswegen nicht jede Woche 1 Stunde Gratisarbeit leisten! Danke

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buddy (28. Mai 2010, 13:40)
Stadtstreicher

Die Frage sei erlaubt.

Würden Sie, in die Jahre gekommen, den unnötigen Lärm einfach so ertragen und die Jugendlichen machen lassen?

Natürlich würden Sie das, Sie wären gar so grosszügig und würden ohne Murren aufs Land ziehen damit die Jugend endlich von Ihrem Schlafbedürfnis befreit wird.

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