Tagblatt Online, 08. Oktober 2008 01:05:32
St. Galler Stadtrat tagt in Rorschach
Für einmal hielt der Stadtrat seine Sitzung nicht in St. Gallen, sondern in Rorschach ab. Die St. Galler Exekutive wollte damit ein Zeichen setzen, denn die Regionalplanungsgruppen St. Gallen und Rorschach schliessen sich zusammen.
Gemeinsamer Apéro nach getaner Arbeit: Die Mitglieder der St. Galler und der Rorschacher Exekutive. (Bild: Bild: Reto Martin)
Julia BUATSI
RORSCHACH. Es ist 12 Uhr im Rathaus von Rorschach. Ein bisschen verloren stehen die fünf Mitglieder des Rorschacher Stadtrats vor ihrem Sitzungszimmer und warten. Auf die Kollegen und Kolleginnen des St. Galler Stadtrats, denen sie heute ihr Stadtratszimmer überlassen haben. Doch diese sind immer noch am Tagen. «Wir haben uns heute in eine Art Besenkammer zurückgezogen», sagt Thomas Müller, Stadtpräsident von Rorschach, und lacht. Vielleicht sei die eigene Sitzung deshalb so schnell über die Bühne gegangen.
Nachbarn kennenlernen
Gestern tagte der St. Galler Stadtrat zum erstenmal in seiner Geschichte ausserhalb der Stadtgrenze – in Rorschach. «Wir wollen unsere Nachbarn besser kennenlernen», sagt Thomas Scheitlin, Stadtpräsident von St. Gallen. Nicht nur die Rorschacher, sondern Exekutivgremien aus der ganzen Region. Deshalb wolle der Stadtrat gelegentlich seine ordentlichen Sitzungen in Zukunft in verschiedenen Nachbargemeinden und Nachbarstädten abhalten. «Aber nur etwa zweimal pro Jahr.» Als nächstes plane man, Teufen zu besuchen, dann Gossau, danach Arbon.
Regio St. Gallen-Bodensee
Hintergrund für diese Nachbar-Besuche ist der Zusammenschluss der Regionalplanungsgruppen. Die Vereinigung der Gemeinden der Region St. Gallen und die Regio Rorschach-Bodensee schliessen sich zur neuen Regio St. Gallen-Bodensee zusammen. Die neue Regionalplanungsgruppe soll mit einem von der Wirtschaft getragenen Standortmarketing-Verein eine gemeinsame Geschäftsstelle betreiben. Gemäss Scheitlin funktioniere die Zusammenarbeit zwischen Rorschach und St. Gallen auf der Ebene des Tourismus längst. Nun wolle man die Zusammenarbeit in Bereichen wie Bildung und Wirtschaft intensivieren.
«Mit unseren Besuchen wollen wir ein Zeichen setzen», sagt der St. Galler Stadtpräsident. Im Vordergrund stehe aber das Gesellschaftliche, nicht das Geschäftliche. Nach den Sitzungen werde gemeinsam gegessen.
Prunkvolles Sitzungszimmer
Es sei ein besonderes Gefühl, im Rorschacher Stadtratszimmer zu tagen, sagt Scheitlin. Der edle Raum aus dem 16. Jahrhundert sei nicht zu vergleichen mit dem modernen Sitzungszimmer im St. Galler Rathaus. Jetzt hoffe er auf einen baldigen Gegenbesuch der Rorschacher.
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