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Tagblatt Online
11. Januar 2016, 16:28 Uhr

St.Gallen will Kunststoffe weiterhin verbrennen

Plastikflaschen können in St.Gallen an die Verkaufsstellen zurückgebracht werden. Die Stadt will jedoch gemischte Kunststoffe weiterhin verbrennen statt recyclen. Zoom

Plastikflaschen können in St.Gallen an die Verkaufsstellen zurückgebracht werden. Die Stadt will jedoch gemischte Kunststoffe weiterhin verbrennen statt recyclen.

ST.GALLEN. Die Stadt St.Gallen will auf die Einführung eines Gebührensacks für das Recycling gemischter Kunststoffe verzichten. Einer der Gründe: Die Kunststoffe sind wichtig für die Kehrichtverbrennung. Würden sie wegfallen, müssten dafür alternative Brennstoffe eingesetzt werden.

Recycling sei sinnvoll und leiste einen wichtigen Beitrag zum sorgsamen Umgang mit wertvollen Ressourcen, heisst es in einer Mitteilung von Entsorgung St.Gallen vom Montag. Bei zahlreichen Detailhändlern und Entsorgungszentren könnten seit einigen Jahren verschiedene «Kunststoff-Hohlkörper» wie Milch- oder Waschmittelflaschen gratis abgegeben werden.

Hoher Sortieraufwand
Gegen die Sammlung von gemischten Kunststoffen durch die Stadt spreche einerseits der hohe Sortieraufwand, der dafür notwendige Transport zu den Sammel− und Sortierstellen sowie der Umstand, dass Kunststoff nur begrenzt weiterverwertet werden könne.

Rund 50 Prozent des Materials werde verarbeitet und weiter als Kunststoff genutzt. Die andere Hälfte könne energetisch verwertet werden: Im Kehrichtheizkraftwerk (KHK) der Stadt St.Gallen werde damit Strom und Abwärme produziert. Dies spiele eine zentrale Rolle beim Entscheid, die bisherige Kunststoffverwertung weiterzuführen.

Wesentlicher Teil der Fernwärme
Das KHK arbeite effizient und erzeuge einen wesentlichen Teil der Fernwärme in der Stadt St.Gallen. Kunststoff sei dabei als Bestandteil von Siedlungsabfällen ein wichtiger Energieträger. Würde der Anteil wegfallen, müssten alternative Brennstoffe eingesetzt werden, «wobei auch fossile Energieträger eine stärkere Rolle spielen könnten», heisst es in der Mitteilung. Dies entspreche nicht der Zielsetzung des Energiekonzepts 2050 der Stadt St.Gallen. (sda)


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