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Tagblatt Online, 10. September 2009 01:03:42

Sakrales aus sieben Religionen

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Gegenstände, die von Gott erzählen. (Bild: Bild: pd)

Für die grossen Weltreligionen spielen sakrale Gegenstände oft eine ebenso wichtige Rolle wie heilige Schriften. Das zeigt die Ausstellung «Göttlich – wörtlich», die am Freitag im Historischen und Völkerkundemuseum eröffnet.

St. Gallen. «Im Anfang war das Wort, aber nicht nur!» Unter diesem Motto steht die Ausstellung «Göttlich – wörtlich» des Historischen und Völkerkundemuseums, die im Rahmen der interreligiösen Dialog- und Aktionswoche der Stadt St. Gallen stattfindet. Die Ausstellung will den Besuchern sieben der grossen Weltreligionen näherbringen. Allerdings liegt der Fokus dabei nicht wie so oft auf dem Inhalt der heiligen Schriften der Glaubensgemeinschaften, sondern auf der sakralen Bedeutung dieser Bücher sowie weiterer als heilig oder wundermächtig geltender Objekte.

«Für viele Gläubige sind sakrale Gegenstände auch heutzutage von grosser Bedeutung», sagt Kuratorin Andrea Kessler. Betrachte ein Christ ein Kreuz, «erzähle» ihm dieses die Leidensgeschichte Jesu. Im Buddhismus spiele die zeremonielle Berührung von Buddhastatuen eine wichtige Rolle.

Besucher gestalten mit

Auch in anderen Punkten bricht «Göttlich – wörtlich» mit herkömmlichen Mustern von Museumsausstellungen.

So stammt zwar ein Grossteil der ausgestellten Statuen, Bilder, Textilien oder Knochen aus der museumseigenen Sammlung. Arrangiert wurden diese jedoch nicht von der Kuratorin, sondern von Vertretern der Religionsgemeinschaften selbst. Diese wählten aus dem Fundus des Museums diejenigen Gegenstände aus, die für sie von besonderer religiöser Bedeutung sind und die als «Sprachrohr ihrer Religionen» dienen.

Gemäss Kessler hätten die Glaubensgemeinschaften auch zahlreiche eigene Objekte als Leihgabe für die Ausstellung bereitgestellt. Nebst den drei abrahamitischen Religionen Christentum, Islam und Judentum wirken Vertreter des Hinduismus, Buddhismus, der Sikh-Religion sowie des Bahaismus an der Ausstellung mit.

Eine weitere Eigenart von «Göttlich – wörtlich» ist, dass sich die Besucher interaktiv an der Ausstellung beteiligen können, ja sogar dazu aufgefordert werden.

Eigene Überlegungen, Meinungen und Kommentare, aber auch Gebete können direkt vor Ort aufgeschrieben werden und sollen späteren Museumsbesuchern als Gedankenanregung dienen. Dadurch, sagt Kessler, soll eine aktive Teilnahme am interreligiösen Dialog ermöglicht werden, der häufig nur hinter verschlossenen Türen stattfinde.

Eröffnung am Freitag

An der Ausstellungseröffnung am Freitag um 18.30 Uhr stellen Vertreter des «Runden Tisches der Religionen» die sakralen Objekte vor. Der zweite Teil dieses Eröffnungsanlasses findet am kommenden Mittwoch, ebenfalls um 18.30 Uhr, statt. Die Ausstellung steht Besuchern bis zum 13. Dezember offen. (sym)





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