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Tagblatt Online, 02. Juli 2008 13:14:15

Per Druckleitung in den See

Massnahmen für eine bessere Wasserqualität am Unterlauf der Steinach kosten 20,5 Millionen Franken

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Die Idylle täuscht. Die Steinach ist von der Einleitung der Kläranlage Hofen bis zum Bodensee ein stark mit Schadstoffen belastetes Gewässer. (Bild: Archivbild: Hannes Thalmann)

st. gallen. Das gereinigte Abwasser aus der Kläranlage Hofen fliesst heute noch via Steinach in den Bodensee. Das soll sich ändern: Die Stadt St. Gallen will bis 2014 eine Transportleitung dafür direkt an den See bauen.

reto voneschen

2002 und 2003 hat das kantonale Amt für Umwelt und Energie (AfU) chemische und biologische Untersuchungen an der Steinach durchgeführt. Sie haben das bestätigt, was empfindliche Nasen schon lange gerochen haben: Der Unterlauf des Flüsschens ist chemisch und biologisch stark belastet. Was sich an der Bodensee-Mündung in heissen Sommern durch penetrante Gerüche äussern kann. Ihren Niederschlag findet die Verschmutzung auch in der Qualität des Badewassers: Sie ist schlecht. Das AfU kam daher zum wenig überraschenden Schluss, dass – auch zugunsten der ökologischen Vielfalt im Steinach-Wasser – etwas getan werden müsse.

Über 50 Millionen investiert

Die Ursache für den schlechten Zustand der Steinach ist schon lange bekannt: Es ist die Einleitung des gereinigten Abwassers der Kläranlage Hofen bei Wittenbach. Bei niedrigem Pegelstand liegt sein Anteil bei bis zu 80 Prozent der Gesamt-Wassermenge im Flüsschen. Dazu kommt belastetes Regenwasser, dass bei heftigen Niederschlägen durch Überläufe direkt aus dem städtischen Kanalnetz in die Steinach fliesst.

In den letzten 30 Jahren hat die Stadt St. Gallen rund 50 Millionen Franken in Massnahmen zur Verbesserung investiert. 1977 bis 1981 wurde die Kläranlage Hofen für 22,1 Millionen modernisiert. 1988 bis 1990 wurden 26,6 Millionen in den Bau des Steinach- Stollens und des Regenbeckens Lukasmüli investiert: Damit wurden einerseits Bach- und Abwasser getrennt, anderseits aber auch Vorkehrungen zum Auffangen stark verschmutzten Regenwassers getroffen. 1989 bis 1991 dann wurden nochmals 7,8 Millionen in die Anpassung der Hochwasser-Entlastung Espenmoos investiert. Dazu kamen kleinere Projekte zur Verbesserung der Reinigungsleistung in der Kläranlage Hofen und zur Verbesserung der Hochwasserentlastungen.

Drei Etappen

Bis 2014 will die St. Galler Stadtregierung nun nochmals in drei Etappen 20,5 Millionen Franken in die Abwasserreinigung im Osten der Stadt investieren. 2008/09 sowie 2012 bis 2014 soll die Reinigungsleistung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Hofen in zwei Schritten erhöht werden. Von 2010 bis 2012 soll eine Transportleitung fürs gereinigte Abwasser an den Bodensee gebaut werden.

Mit dieser Seeleitung will die Stadt das seit Jahren akute Problem der Steinach endgültig lösen. Dieser Projektteil kostet schätzungsweise 12 Millionen Franken. Vorgesehen ist eine Leitung zwischen der ARA Hofen und der ARA Morgental bei Steinach. Von dort soll das gereinigte St. Galler und Wittenbacher Abwasser dann über eine bestehende Leitung in den Bodensee geleitet werden.

Bestandteil des Leitungsprojektes ist die Ausnutzung des Abwassers für die Stromproduktion. Das durch einen Rutschhang bedrohte Kleinkraftwerk der ARA Hofen soll durch eine neue Anlage irgendwo entlang der neuen Abwasser-Transportleitung ersetzt werden.

Vorlage ans Stadtparlament

Ende der letzten Woche hat das St. Galler Stadtparlament die Vorlage mit dem Sanierungskonzept für die Kläranlage Hofen und dem Projekt der Seeleitung erhalten. Bestandteil der Vorlage ist die erste Sanierungsetappe in Hofen für 5,1 Millionen Franken. 850 000 Franken davon gehen zulasten der an der ARA mitbeteiligten Gemeinde Wittenbach. Das St. Galler Stadtparlament wird an einer seiner nächsten Sitzungen über das Konzept und die erste Kredittranche dafür zu befinden haben.





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