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Tagblatt Online, 12. November 2010 01:01:55

Lob für neue Variante

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Statt geradeaus auf der Teufener Strasse soll das Appenzeller Bähnli in Zukunft rechts auf die Riethüslistrasse und dann ins neue Tunnel führen. (Bild: Bild: Benjamin Manser)

Die Appenzeller Bahnen legen eine überraschende Tunnelidee fürs Riethüsli vor. Die Variante mit der Rampe auf der Riethüslistrasse überzeugt im Quartier. Direkte Anwohner aber wehren sich.

Ralf Streule

Die Faust im Sack zu machen ist nicht die Stärke der Bevölkerung im Riethüsli. Wenn etwas stört, wird laut auf den Tisch gehauen. Als die Appenzeller Bahnen (AB) vor knapp einem Jahr ihr Tunnelprojekt für die neue Durchmesserlinie vorstellten, wurden sie heftig kritisiert. Die Umleitung des Verkehrs im Quartier wurde bemängelt, ebenso die Verbreiterung der Teufener Strasse auf Kosten der Vorgärten.

Der Vorschlag aus dem Quartier: Der Tunnel müsse verlängert, die Riethüsli-Haltestelle gestrichen, zur Liebegg verschoben oder unter die Erde verlegt werden (Kasten).

Kurze Rampe, neuer Platz

Vorgestern traten die AB im Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum mit einer neuen Variante vor den Quartierverein – und brachten viele der negativen Stimmen zum Verstummen.

Die neue Idee, die bei einem Grossteil der Quartierbewohner Anklang fand: Der Zug soll neu nicht auf der Teufener Strasse aus der Erde rollen, sondern eine Häuserzeile östlich in der Riethüslistrasse. Dort soll auch die neue Haltestelle entstehen.

Josef Zuppiger, der Mitte Jahr die Projektleitung der AB-Durchmesserlinie übernommen hat, stellte dem Quartier die Vorteile der neuen Version vor.

Die Rampe würde nur mehr rund 50 Meter lang und damit viel kürzer als diejenige auf der Teufener Strasse wäre. Dies, weil die Riethüslistrasse zur Teufener Strasse hin abfällt. Zudem müsste die Teufener Strasse nicht verbreitert werden, die wegfallenden Gleise würden sogar Platz bieten für eine grosszügigere Gestaltung der Fussgängerzone.

Ein Hauptvorteil werde sich auch während der Bauzeit zeigen: Die Verkehrsführung wäre einfacher, Umleitungen im Bereich der Teufener Strasse könnte man weitgehend vermeiden.

Keine Garagenzufahrt mehr

Leidtragende der neuen Lösung wären die Eigentümer und Mieter der Mehrfamilienhäuser direkt an der Riethüslistrasse, wie Zuppiger ausführte. Der Zugang zu den Garagen würde durch Perron und Gleise versperrt.

Doch auch hier gebe es eine Lösung: Auf dem Grundstück der katholischen Kirchgemeinde gleich hinter diesen Gebäuden könnten Garagen oder einfachere Autoabstellplätze gebaut werden.

Einer der Hauseigentümer meldete sich vorgestern an der Orientierungsversammlung dann auch zu Wort. Sein Haus verliere klar an Wert, sagte er. Nicht nur wegen der ausgegliederten Garage, sondern vor allem wegen des Lärms, wenn alle sieben Minuten ein Zug vorbeifahre. Zuppiger zeigte Verständnis für den Einwand, wies aber darauf hin, dass ein überregionales Projekt wie die Durchmesserlinie gezwungenermassen Leidtragende mit sich bringe. Ein Minderwert der Liegenschaft müsse aber ersetzt werden. Die Züge seien im Bereich der Haltestelle zudem langsam unterwegs. Mit einer «Körperschalldämpfung» könnten Lärmemissionen noch weiter vermindert werden.

Grossteil ist für neue Variante

Quartiervereinspräsident Hannes Kundert lobte die neue Variante. Der Vorstand gebe ihr den Vorzug, noch vor der Variante mit der Haltestelle in der Liebegg. Der Vorstand gehe zudem davon aus, dass die AB alles Mögliche unternehmen werden, um die Nachteile für die direkt betroffenen Anwohner so minim wie möglich zu halten. Eine Konsultativabstimmung unter den knapp 100 Anwesenden zeigte am Mittwochabend ebenfalls viel Zustimmung zur neuen Variante. Damit sei klar, sagte Zuppiger, dass man diese weiterbearbeiten werde. Eine Option sei etwa, die Haltestelle noch weiter zur Rampe und damit zur GBS hin zu verschieben.





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