Kugl-Debatte, 20. August 2010 11:24:00
Kugl macht weiter wie bisher – vorläufig
Kugl-Debatte
Das Kugl nimmt dieses Wochenende den regulären Betrieb wieder auf. (Bild: Archivbild: Hannes Thalmann)
ST.GALLEN. Die Stadt prüft gegenwärtig, wie lange das Kugl noch wie bis anhin geöffnet bleiben kann. Die Betreiber des Kulturlokals im alten Güterbahnhof hoffen auf eine Gnadenfrist bis Ende 2011. Und arbeiten an einem Plan B.
Malolo Kessler
Sie wollen vorwärtsschauen, weiterarbeiten wie bisher. Die Betreiber des Kulturlokals Kugl starten diesen Samstag wieder mit dem regulären Betrieb nach der Sommerpause. Während des Sommers hat sich hinter den Kulissen aber einiges getan.
Bewilligung bis 2011 gültig
Nachdem ein Anwohner gegen das Lokal geklagt hatte, entschied das Verwaltungsgericht im März, dass das Kugl nicht zonenkonform sei.
Das bedeutet: Dem Lokal soll die Bewilligung entzogen werden, am Donnerstag, Freitag und Samstag bis im Morgengrauen geöffnet zu haben. Dafür hatte das Kugl laut Geschäftsführer Daniel Weder ursprünglich eine Bewilligung erhalten, die bis Ende 2011 gilt. Ohne die erweiterten Öffnungszeiten kann das Lokal finanziell nicht überleben.
Seit Anfang Juni haben sich Stadt und Kugl zu mehreren Gesprächen getroffen. In diesen sei diskutiert worden, ob die Bewilligung aufgrund des Gerichtsurteils verkürzt werde, sagt Weder. Konkret: Ab wann also das Kugl nur noch bis 1 Uhr geöffnet sein kann. «Wir mussten unsere Finanzen und Geschäftsbeziehungen offenlegen.» Schon vor dem Urteilsspruch sei das Lokal mit Agenturen und deren Künstlern sowie Unternehmen bis Ende 2011 Verträge eingegangen.
Würden die erweiterten Schliessungszeiten vor Ende Jahr aufgehoben, zöge das einen Rattenschwanz an Konsequenzen nach sich. «Daher hoffen wir, dass die Stadt die Bewilligung nicht verkürzt.» Dass das Kugl also bis Ende 2011 so weiter- machen kann wie bisher.
Entscheid in absehbarer Zeit
Die Stadt prüft laut Heinz Indermaur, Direktionssekretär Soziales und Sicherheit, derzeit die Unterlagen. Sie suchten eine «tragbare Lösung» für Kugl und Kläger. In «absehbarer Zeit» werde die Entscheidung gefällt.
Derweil geben die Betreiber des Kugl nicht auf. Die Suche nach einem alternativen Standort gestalte sich allerdings extrem schwierig, sagt Weder. Aber die Betreiber prüfen derzeit noch eine Möglichkeit, um den Kulturbetrieb am bisherigen Standort am Leben zu erhalten. Und zwar ohne, dass das Kugl seine Seele verliert.
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