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Tagblatt Online, 25. April 2012 15:06:00

Kugl-Chef: «Rechne seit längerem mit nichts mehr»

Regierungsrat tritt nicht in Ausstand

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Partystimmung im Kugl - doch das Lokal kämpft um seine Zukunft. (Bild: Archiv/Urs Bucher)

ST.GALLEN. Trotz Befangenheitsvorwürfen führen Regierungsrat Willi Haag und sein Baudepartement weiterhin die Mietverhandlungen mit dem Kugl. Dessen Geschäftsführer Daniel Weder über den Entscheid, den verzweifelten Kampf des Kugl und Müdigkeit.

Herr Weder, das Kugl muss in den Gesprächen über einen neuen Mietvertrag weiterhin mit Willi Haag und seinem Baudepartement als Verhandlungspartner vorlieb nehmen. Was sagen Sie dazu?
Daniel Weder: Ich finde das einigermassen unverständlich. Im Moment kann ich aber noch nicht sagen, was dies fürs Kugl heisst und wie wir damit umgehen.
 
Kugl-Gegner und -einsprecher Alex Keller, so Ihre Kritik, war ein enger Mitarbeiter von Willi Haag. Zudem ist eine jetzt in die Mietverhandlungen involvierte Baudepartements-Mitarbeiterin mit Keller befreundet. Hätten Sie vor diesem Hintergrund mit dem Entscheid der Regierung gerechnet, dass Haags Departement weiterhin mit dem Kugl verhandeln darf?
Weder: Ich rechne schon seit längerem mit nichts mehr – es gibt in solchen Verfahren keine Sicherheiten. Aber gehofft habe ich natürlich auf einen anderen Entscheid. Jetzt geht es darum, das Beste daraus zu machen. Wir suchen nun möglichst unvoreingenommen neue Gespräche.

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Daniel Weder, Geschäftsführer Kugl.
(Bild: Archiv/Reto Martin)


Trauen Sie es einem Regierungsrat denn nicht zu, unabhängig von persönlichen Bindungen zu entscheiden?
Weder: Wir alle sind Menschen – auch Willi Haag und die Mitarbeiterin seines Departementes. Wir haben ihnen die Chance gegeben, unter Beweis zu stellen, dass sie unabhängig handeln können. An der ersten Sitzung zum neuen Mietvertrag kam allerdings klar heraus, dass Willi Haags Mitarbeiterin dies offenbar nicht kann.
 
Welches sind denn die Knackpunkte bei der Aushandlung des neuen Mietvertrages?
Weder: Der Vertrag an sich war bisher noch nicht einmal Thema. Der Kanton sagte, wir sollten zuerst einmal erklären, wie wir zonenkonform existieren können. Dabei haben wir uns immer an die gesetzlichen Anforderungen gehalten.
 
Das Kugl kämpft verzweifelt um seine Zukunft. Hand aufs Herz, Herr Weder: Sind Sie manchmal müde?
Weder: Das gab es sicher schon, aber man kann es sich halt nicht immer aussuchen.
 
Gab es schon Momente, in denen Sie ans Aufgeben dachten?
Weder: Ja. Aber wir haben viel ins Kugl investiert. Es wäre schade, alles aufzugeben – das wäre nicht der richtige Weg, zumal es in einer Stadt wie St.Gallen Platz für eine Institution wie das Kugl haben muss. Kraft geben auch viele Veranstaltungen, die klar aufzeigen, wie wichtig das Kugl ist.

Interview: Daniel Walt





Leser-Kommentare:
1 Beitrag

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goigoi55 (26. April 2012, 11:29)
immer auf die Kleinen

wie meine Grossmutter schon sagte "sauhäfeli - saudeckeli"

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