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Tagblatt Online, 24. Mai 2012 01:07:00

Kanton will Flade nicht gefährden

Flade Zoom

Der Ball ruht bei der Flade-Finanzierung: Der Kanton sieht keine Priorität für eine Neuregelung. (Bild: Urs Jaudas)

Sturm im Wasserglas um den Flade-Beitrag des Kantons: Im Sparpaket heisst es, eine Streichung «wäre sachgerecht». Eine rasche Änderung wird es aber nicht geben: Der Kanton möchte jedoch, dass die Stadt «mittelfristig» mehr bezahlt.

DANIEL KLINGENBERG

Es klingt dramatisch: In seiner Sparpaketbotschaft schreibt die Regierung, die Streichung des Staatsbeitrags von rund zwei Millionen Franken an die Flade wäre «grundsätzlich sachgerecht». Was aber bedeuten würde, dass «die Weiterexistenz der Schule in Frage» gestellt sei. Daher sieht der Kanton von dieser Massnahme ab, will aber die «Diskussion über die Streichung des Staatsbeitrags» an die Katholische Kantonssekundarschule unabhängig vom Sparpaket führen. Allerdings scheint dies nicht zu pressieren. Esther Friedli, Generalsekretärin im Bildungsdepartement des Kantons: «Diese Diskussion hat für uns keine Priorität.»

Keine Hauruckübung

Wenn aber das Streichen des Beitrags «sachgerecht» wäre, warum zieht man das angesichts des – von der Regierung immer wieder bekräftigten – Spardrucks nicht in Betracht? Esther Friedli sieht drei Gründe dafür. Erstens bedeute «sachgerecht» bei der Streichung, dass «die Finanzierung der Volksschule im Kanton St. Gallen primär Sache der Gemeinden» sei, aus welcher die Schülerinnen und Schüler kommen. Demnach geht es nicht darum, den Betrag überhaupt zu streichen, sondern den Kanton zu entlasten. In der Pflicht stünde insbesondere die Stadt. Allerdings: Diese hat ihren Flade-Beitrag eben um eine halbe Million auf 2,5 Millionen Franken erhöht. Weiter stellt sich die Frage, ob mit umliegenden Gemeinden wie etwa Mörschwil, die Schüler in die Flade schicken, ebenfalls verhandelt werden müsste.

Die Regierung will laut Esther Friedli aber zweitens trotzdem, dass die Gemeinden «mittelfristig» den Flade-Betrag übernehmen, der aktuell vom Kanton bezahlt wird. Dies aber nicht in einer Hauruckübung, sondern eben in einer «Diskussion» mit den Beteiligten. Neben Kanton und Flade müsse «primär auch die Stadt» vertreten sein.

Warum das moderate Tempo?

Als Zeithorizont für eine Überwälzung dieser Finanzen auf die Kommunen sieht Esther Friedli eine «mittelfristige Perspektive». Grund für dieses bei Sparübungen doch eher moderate Tempo – fünf Jahre, zehn Jahre? – ist ein bildungspolitisches Bekenntnis des Departements von Regierungsrat Stefan Kölliker. «Wir wollen nicht das Weiterbestehen einer wichtigen Bildungsinstitution wie der Flade gefährden», sagt Friedli. Dies ist der dritte Grund, dass der Kanton aktuell davon absieht, bei der Flade zu sparen. Womit die eingangs zitierten scharfen Sätze einem Sturm im Wasserglas gleichen. Abschliessend entscheiden wird allerdings der Kantonsrat.

Die Flade nimmt's entspannt

Womit aber kaum jemand rechnet: Entsprechend entspannt tönt die Stellungnahme von Margrit Stadler, Flade-Schulratspräsidentin. Der Chef des Bildungsdepartements habe sich vor drei Jahren überzeugt gezeigt, dass die «zukunftsorientierte und moderne» Flade die «Schullandschaft weiterhin» bereichere. «Wir zählen darauf, dass diese Beurteilung nach wie vor gilt», schreibt die CVP-Kantonsrätin.

Wil und Gossau zahlen mehr

Falls der Kantonsbeitrag tatsächlich dereinst wegfallen würde, sei «in erster Linie die Stadt gefordert». Zwar sieht Margrit Stadler beim Wegfall der zwei Millionen nicht gerade die Zukunft der Schule gefährdet. Aber: Sie machen rund 15 Prozent des Budgets aus und könnten «nicht einfach anderweitig kompensiert werden». In der Tat leisten Gemeinden wie Gossau und Wil wesentlich höhere Beiträge an ihre privaten Schulen (siehe Kasten).




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