Tagblatt Online, 17. September 2010 01:04:52
Kampf fürs Kugl: Stadt abgesperrt
Flashmob Kulturzone: Die Juso macht auf den Kugl-Streit aufmerksam. (Bild: Bild: Urs Jaudas)
Dass man die Kultur nicht einfach «wegzonen» kann, hat die Juso gestern abend versucht aufzuzeigen. Aus Protest gegen den andauernden Streit um das Kulturlokal Kugl haben die jungen Aktivisten die Innenstadt zur Kulturzone erklärt.
Dominik Bärlocher
Mitten im gestrigen Abendverkauf packten zehn junge Leute das Absperrband aus. Einige Daumen gingen nach oben, keine dreissig Sekunden später war die Innenstadt zwischen Vadiandenkmal und Kirchgasse abgesperrt. «Willkommen in der Ku(g)lturzone» steht auf Blättern, die am Absperrband befestigt sind. Die Juso-Mitglieder, die das Band verlegt haben, verschwinden wieder.
Alternative Kultur für die Stadt
«Kultur kann man nicht wegzonen», sagt Pascal Kübli, Stadtparlamentarier und Flashmobber. Er beruft sich hierbei auf den anhaltenden Streit um das Kulturlokal Kugl. Dieser begann im Sommer 2006, als ein Anwohner klagte, das Lokal sei nicht zonenkonform. Der Anwohner bekam vor dem Verwaltungsgericht recht, so dass der Betrieb im Kugl eingeschränkt werden muss: Den Betreibern wird die Bewilligung entzogen, bis in die frühen Morgenstunden geöffnet zu haben.
Die Kugl-Betreiber sind der Überzeugung, dass sie ohne die erweiterten Öffnungszeiten in den finanziellen Ruin getrieben werden.
«Die Stadt braucht nicht nur Kultur, sondern auch alternative Kultur», sagt Pascal Kübli. Mit der gestrigen Aktion in der Innenstadt möchte die Juso jedoch keine Kulturzone erzwingen, sondern auf das Zonenproblem und die alternative Jugendkultur aufmerksam machen.
Junge Leute aufrütteln
Der Flashmob – eine Aktionsform, bei der Menschen in kurzer Zeit ohne Vorwarnung ungewöhnliche Dinge tun – in der Innenstadt ist sowohl terminlich wie auch thematisch sorgfältig gewählt: «Mit der Aktion wollen wir kreativ sein und Leute ansprechen, die sich sonst weniger für solche Themen interessieren», sagt Pascal Kübli.
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