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Tagblatt Online
25. Januar 2016, 07:37 Uhr

Güterbahnhof: Internet-Wirbel ums Nein-Plakat

Auf Facebook ist der Abstimmungskampf zur Güterbahnhof-Initiative erstmals auf Touren gekommen. Etrit Hasler, SP-Stadtparlamentarier und SP-Kantonsrat, regt sich über ein Plakat der Nein-Kampagne auf. Der Hauseigentümerverband (HEV) hat nämlich seinen Sitz an der Poststrasse grossflächig mit der Aufforderung tapeziert, am 28. Februar «Nein zur Staustadt» zu stimmen und so die Initiative gegen einen Autobahnanschluss im Güterbahnhof abzulehnen.

Hasler vermutet beim Transparent an der Hausfassade einen Verstoss gegen das Polizeireglement, insbesondere gegen das Verbot des wilden Plakatierens. Seiner Meinung nach könnte das Format des Aushangs allenfalls auch gegen Vorschriften fürs Plakatieren auf Privatgrund vor Wahlen verstossen. Der SP-Politiker hat der Stadtpolizei wie auch der Direktion Soziales und Sicherheit geschrieben. Er will wissen, ob fürs HEV-Transparent eine Bewilligung vorliegt. Sonst will er Anzeige erstatten. Die Behörden werden sich gemäss automatischer Mail-Rückmeldung an Etrit Hasler ab Montag mit dem Anliegen beschäftigen.

Nicht das erste Mal

Pikant ist die Aufregung im Internet vor allem, weil schon einmal ein Abstimmungsplakat am HEV-Sitz Wirbel ausgelöst hat. Ein Transparent für ein Nein zur Bahnhofplatz-Umgestaltung wurde im Frühsommer 2013 von der Feuerwehr abgehängt. Dies allerdings rein aus Sicherheitsüberlegungen: Eine Holzstange, die den Stoff straff halten sollte, drohte damals nach Einschätzung der städtischen Verantwortlichen herunterzufallen. Das kann dem Abstimmungsplakat gegen die Güterbahnhof-Initiative nicht passieren: Es ist mit Schnüren und Haken auffällig gut und sicher an der Hausfassade verankert. (vre)



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Pumpelche (25. Januar 2016, 16:24)
Ohjemine

Nicht klägeln und nach Mängeln suchen - bessere Gründe für die Initiative vorlegen. Aber die gibt es halt einfach nicht.

Die Stadt St. Gallen hat ein Problem. Sie ist zu nahe an den DE- und AT-Grenzen. Und zahlkräftige Kunden wohnen meist am Stadtrand, resp. im umliegenden 'Speckgürtel'.

Der Retailhandel braucht diese Leute. Wenn der Verkehr aber dauernd stigmatisiert wird, wundert nicht, stirbt die Innenstadt aus und alle Familienläden und kleinen Retailer werden von Grossketten verdrängt.

Zeit, dass auch die Linken endlich bemerken und zugeben, dass St. Gallen, mit seiner Grenznähe, den motorisierten Individualverkehr fördern muss - und das geht nunmal auch über Stau-beseitigenden Massnahmen wie geplant.

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