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Tagblatt Online, 22. Oktober 2012 01:37:24

Gärtnern für eine bessere Welt

Occupy Olma Zoom

Occupy demonstriert am Bärenplatz Urban Gardening. (Bild: Michel Canonica)

Lange war es still um die Bewegung Occupy St. Gallen. Doch am Samstag war sie wieder zurück mit konkreten Vorschlägen für eine regionale Lebensmittelproduktion, Urban Gardening und Vertragslandwirtschaft.

Es duftet nach Kürbissuppe, die in einem grossen Topf brodelt. Ponies und zwei grosse Pferde-Anhänger stehen um die «kleine Arena» am Bärenplatz. Gutgelaunte Menschen verteilen Äpfel. Wirft man Münz in ein Kässeli, gibt es dafür Gemüse. In der Mitte stehen Leute, die singen oder referieren. Über ihnen hängen Plakate mit grossen Lettern: «Denke global, handle lokal» oder «Unsere Kühe fressen Regenwälder»

Respektvoller Umgang

Eine Alternativveranstaltung zur Olma? Versammlung eines Gärtnervereins oder doch eine Öko-Aktion? Es ist nichts von alldem – und doch von allem ein bisschen: «Wir möchten zeigen, wie eine nachhaltige Produktion und ein respektvoller Umgang mit Lebensmitteln möglich sind», sagt Occupy-Aktivist Ueli Gut. Seine Vorschläge: regionale Lebensmittelproduktion, Urban Gardening und Vertragslandwirtschaft.

Nahrungsmittel-Spekulation

Unter Urban Gardening versteht man kleine bis sehr kleine «Stadtgärten», in denen regionales, saisonales und ökologisches Gemüse heranwächst. Die Aktivisten füllen zwei Gardening-Boxen mit Setzlingen: Nüsslisalat, Lauch, Zwiebeln, Rucola. Später werden die Boxen in den Stadtpark verschoben, wo die Aktivisten das Gemüse hegen und pflegen. Was hat diese Bepflanzungsaktion mit der Finanzindustrie zu tun? «Auch hier haben Grosskonzerne ihre Finger im Spiel», sagt Ueli Gut. «Aktien- und Rohstoffspekulation funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Ein Prozent bestimmt über 99 Prozent.» Auf einem Tisch liegen Unterschriftenbögen der Juso-Initiative gegen Nahrungsmittel-Spekulation. Auch die Jungen Grünen sind eingespannt. Alles in allem ein recht zusammengewürfelter Haufen. Occupy lebt noch.

Corinne Riedener




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