Fliegender Wechsel auf dem Markt

Noch acht Markthäuschen gehören zum ständigen Markt. Nun hat Heidi Waldburger ihren Gemüsestand aufgegeben. Er wird – anders als früher verlassene grüne Häuschen – nicht einfach abgerissen. Die benachbarte Blumenhändlerin übernimmt den Stand zusätzlich.

14. Januar 2016, 07:08

Heidi Waldburgers Gemüsestand auf dem ständigen Markt war am 24. Dezember letztmals geöffnet. Nun ist sie nach 15 Jahren als Marktfahrerin aus gesundheitlichen Gründen in Pension gegangen. Das von ihr aufgegebene Markthäuschen liegt zwischen dem Stand von Heidi Zenglein und jenem von Loredana Breitenmoser auf der «hinteren Seite» des ständigen Marktes, gegenüber der Acrevis-Bank.

Ein nahtloser Übergang

Waldburgers ehemaliger Stand steht nicht leer, sondern ist per Anfang Jahr in die Hände von Gabriele Rosenstein übergegangen. Sie betreibt auf der «Vorderseite», also auf der der Strasse zugewandten Seite des ständigen Marktes einen Blumenstand. Den vergrössert sie jetzt quasi nach hinten. «Ich freue mich darüber, mehr Platz zu haben und damit auch einen weiteren Arbeitsplatz schaffen zu können.» Die beiden Markthäuschen werden «mit einem Durchbruch» auf der jeweiligen Rückseite miteinander verbunden. Die Baubewilligung dafür liege bereits vor, sagt Gabriele Rosenstein.

Eigentlich hätte der ständige Markt in seiner heutigen Form ein Auslaufmodell sein sollen. In der ersten Vorlage zur Umgestaltung des Marktplatzes war für ihn eine Markthalle vorgesehen. In der zweiten Vorlage tauchte er nicht mehr ausdrücklich auf. Was mit ein Grund war, dass auch dieser Anlauf im März 2015 an der Abstimmungsurne scheiterte. Die Marktfahrer hoffen nun, in einem dritten Projekt berücksichtigt zu werden.

Genügend Interessenten

In den letzten Jahren sah es so aus, als ob der ständige Markt «auf natürliche Weise», nämlich durch die Pensionierung von Markthändlerinnen und Markthändlern, verschwinden würde. Das Interesse daran, Marktstände zu übernehmen, schien gering. Serafina De Stefano, Leiterin des städtischen Liegenschaftenamts, kann diese Entwicklung nicht mehr bestätigen: «Wir haben keine Mühe, Häuschen auf dem ständigen Markt zu vermieten. Wenn eines frei wird, gibt es meist wartende Interessenten.» Falls dies nicht der Fall sei, werde das Häuschen im Internet zur Miete ausgeschrieben. «Zurzeit sind acht Markthäuschen vermietet und keines steht leer. Weil nicht alle Stände täglich geöffnet sind, mag ein anderer Eindruck entstehen.» Drei Häuschen seien in jüngster Zeit abgebrochen worden, weil sie baufällig waren, sagt Serafina De Stefano. (ruf/vre)


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