Tagblatt Online, 29. Mai 2012 06:53:00
«Es gibt eine freudige Nachtschicht»
St.Galler Kinderfest
Nur frische Würste kommen am Kinderfest auf die Grillroste. (Bild: Archivbild: Hannes Thalmann)
Das Kinderfest ist auch ein Wurstfest: Über 30 000 Würste werden allein am Festplatz verspeist. Stadtweit dürften es doppelt so viele sein, schätzt Festwirt René Rechsteiner. Sie werden frisch hergestellt – für die Produzenten kein Problem.
DAVID GADZE
Über 30 000 Würste landen am Kinderfestplatz auf den Grills. Die Verschiebung des Kinderfestes lässt die Hersteller jedoch im unklaren, wann ihre Würste grillbereit sein müssen. Eine spezielle Planung gibt es nicht: «Die grösste Herausforderung ist die Produktion», sagt Fritz Wenger, Geschäftsführer der Genossenschaft Metzgermeister St. Gallen und Umgebung, die einen Teil der Würste liefert. Die ihr angeschlossenen Metzgereien Bechinger, Wegmann und Signer stellen die Würste für die Kinderverpflegung her und werden sie auf den Grillplätzen Centrum, West und Ost grillieren. Schmid, Bechinger und Signer produzieren die Würste für die zwei Verkaufsstände.
«Die frische Wurst ist am besten»
«Allein für die Kinder benötigen wir 4400 Würste, für das Fest kommen weitere rund 4000 dazu», so Wenger. Letztere teilen sich etwa je zur Hälfte auf die 160 Gramm schwere Olma-Bratwurst und die grössere Kinderfestbratwurst (230 Gramm) auf.
«Die Ungewissheit ist kein Problem für uns», sagt Jörg Bechinger, Inhaber der Metzgerei Bechinger. «Wir warten einfach, bis der Entscheid gefällt ist, dann beginnen wir mit der Produktion.» Rund 3000 Würste muss das Team in nicht einmal zwei Tagen herstellen. «Es gibt eine freudige Nachtschicht. Und das Wursten ist für mich ohnehin etwas vom Schönsten», sagt Bechinger. Die Würste im voraus zu fertigen und tiefzukühlen kommt für ihn nicht in Frage: «Das wäre nicht mehr dasselbe. Eine frische Wurst schmeckt einfach am besten.»
Ähnlich tönt es bei der Metzgerei Schmid, die etwa die gleiche Menge an Würsten herstellen wird. Auch hier wartet man mit der Produktion bis zuletzt ab. «Es gibt ein paar Stunden mehr Arbeit. Aber das sind wir uns von der Olma gewohnt», sagt Inhaber Oskar Peter.
Wurstriese Gemperli schweigt
Gemperli, einziger Lieferant der Festwirtschaften Centrum, West und Ost, will sich nicht zur Anzahl herzustellender Würste äussern. «Wir besitzen die Grösse und das Know-how, dass uns die kurzfristige Ansage des Kinderfestes keine Mühe macht», ist von Marketingleiter Daniel Härter einzig zu erfahren. Festwirt René Rechsteiner bestätigt jedoch, bei Gemperli rund 23 000 Würste (davon 5000 Kinderfestwürste) bestellt zu haben. Einfach die Grills anwerfen und losbraten könne er aber auch nicht: «Obwohl vieles bereits steht, brauchen wir nach dem definitiven Entscheid fast zwei Tage, bis wir die Festwirtschaften eingerichtet und alles rundherum aufgestellt haben.»
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