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Tagblatt Online, 16. August 2012 06:51:00

Erste Schritte in der Arbeitswelt

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Maurer-Lehrling Thomas Gmuender auf einer Baustelle in Niederteufen. 14.08.2012 Bild: Urs Jaudas (Bild: Urs Jaudas (Urs Jaudas))

Nach den Sommerferien haben Hunderte von Jugendlichen in der Stadt ihre Lehre begonnen. Während KV-Lehrling Ines Juric einen Einführungskurs nach dem andern besucht, lernt Maurerlehrling Thomas Gmünder, Kanthölzer festzunageln.

NINA RUDNICKI

Ein mulmiges Gefühl im Bauch, eine schlaflose Nacht und Ratlosigkeit vor dem Kleiderschrank – die Sommerferien sind vorbei und Hunderte St. Galler Jugendliche haben in diesen Tagen ihre Lehrausbildungen angefangen. Doch wie fühlt sich der erste Arbeitstag an und wie bereitet man sich richtig darauf vor? KV-Lehrling Ines Juric und Maurerlehrling Thomas Gmünder erzählen, wie sie ihren ersten Tag in der Berufswelt erlebt haben.

Gut an den Arbeitsort angepasst

Bei beiden Lehrlingen fällt auf den ersten Blick gar nicht auf, dass sie die Neuen sind. Ines Juric etwa wartet in der Empfangshalle der St. Galler Kantonalbank und sieht in ihrem schwarzen Blazer aus, als ob sie hier schon immer gearbeitet hat. Nur ihr suchender Blick verrät vielleicht etwas Unsicherheit. Sie fühle sich hier bereits wohl, sagt die 16-Jährige. Obwohl sie noch gar keinen eigenen Arbeitsplatz habe. Denn bisher hat sie nur Einführungs- und Computerkurse besucht, zusammen mit den anderen 32 Lehrlingen und Praktikanten. Oft an ihrer Seite ist der Lehrlingsverantwortliche René Stäheli. «Wenn ich Fragen habe, kann ich mich immer an ihn wenden», sagt sie. Was gut sei, denn abends sei ihr Kopf jeweils ziemlich voll.

Kanthölzer festnageln

Etwas rauher geht es auf einer Baustelle der Strabag Brunner Erben AG in Teufen zu und her. Hier nagelt Thomas Gmünder Kanthölzer an Schalungen, zwischen denen später Betonmauern entstehen. «Gmünder, weitermachen, die Pause ist vorbei», ruft es pünktlich um halb zehn irgendwo aus der Baustelle heraus. «Nach dem ersten Arbeitstag bin ich ziemlich müde gewesen», erzählt der 16-Jährige. Nebst Kanthölzer festnageln, habe er viel putzen und den Dreck auf dem Boden zusammenkehren müssen. Tips, wie er sich bei der Arbeit schonen könne, habe er von seinem Oberstift bekommen. «Wenn Du Dich bückst, um etwas aufzuheben, dann immer mit geradem Rücken», habe er ihm geraten. Da auf der Baustelle viel Muskelkraft gefordert ist, will Thomas Gmünder mit Krafttraining anfangen. «Und für die Kondition wäre eine Kampfsportart am besten geeignet», sagt er. In der Lehre freue er sich am meisten darauf, wenn er zum erstenmal die Maschinen wie die Kreissäge oder die Flex bedienen könne. «Dafür muss ich aber zuerst die Kurse besuchen.»

Mit Grillieren die Zeit vertrieben

Ines Juric gefällt an ihrer Lehre, dass sie alle paar Monate an einen neuen Arbeitsplatz versetzt wird. «Nach meinem Einführungsmonat werde ich in den Zahlungsverkehr im Grossacker kommen», sagt sie. Was dann folgt, wisse sie noch nicht genau. Wichtig sei aber, dass jeder Tag spannend und speziell bleibe. «Aus diesem Grund habe ich mich für eine Lehre bei der Bank entschieden», sagt sie. Über den Mittag verabredet sich Ines Juric, die im Stephanshorn wohnt und in der «Flade» zur Schule gegangen ist, gerne mal mit Freundinnen und erzählt von ihren Erfahrungen. Das Fazit der Mittagsrunde: Nervös muss man vor dem ersten Arbeitstag nicht sein. «Höchstens etwas.» Viel Zeit, sich Gedanken über ihren ersten Arbeitstag zu machen, hat Ines Juric sowieso nicht gehabt. Bis zum letzten Tag der Sommerferien war sie in Dubai. Thomas Gmünder, der in der Lachen aufgewachsen und in der Schönau zur Schule gegangen ist, hat sich ebenfalls keine grossen Gedanken darüber gemacht, ob am ersten Arbeitstag etwas schieflaufen könnte. «Ich habe mir die Ferienzeit mit Grillieren vertrieben», sagt er. Im nächsten Jahr wolle er mit seinen Kollegen verreisen. Das hätten sie gemeinsam beschlossen, als sie nach dem ersten Arbeitstag in der Lachen zusammengesessen seien.




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