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Tagblatt Online, 09. Februar 2012 01:05:00

Die Frau für alle Ferien

Kopf des Tages

St. Gallen - Bettina Güntensperger, Leiterin der Ferienmesse, Olma Messen Zoom

Bettina Güntensperger ist die Leiterin der Ferienmesse in St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

«Ich gebe viel für diese drei Tage Messe», sagt Bettina Güntensperger. Sie ist die Leiterin der Ferienmesse, die morgen in den Olma Hallen in St. Gallen beginnt. In den sieben Jahren, in denen die 34-Jährige die Messe leitet, sei der Event zu ihrem Baby geworden, wie sie sagt. Doch die Ferienmesse bedeutet für sie alles andere als Ferien: Die Wochen vor dem Event ist sie bis zu elf Stunden pro Tag im Büro. Auch die drei kommenden Tage will sie «voll und ganz» für ihre Kunden da sein. Jeden will sie persönlich begrüssen – mit Unterstützung ihres Assistenten. Denn immerhin sind über 450 Ferienanbieter, Länder oder Freizeitparks präsent.

Traumberuf Lehrerin

Eigentlich wollte die Untereggerin als Kind Lehrerin werden. «Das könnte ich mir heute gar nicht mehr vorstellen», sagt sie und lacht. «Aber meine Schwester wollte auch Lehrerin werden. Sie ist es heute auch. Vielleicht habe ich ihr das abgeschaut.»

Jedenfalls war der Berufswunsch nach der Matura nicht mehr aktuell. Da Bettina Güntensperger nicht sofort wusste, was sie nun studieren oder lernen soll, hat sie drei Jahre lang auf dem Büro eines Carreise-Unternehmens gearbeitet. Dort hat sie bereits während der Kantizeit als Hostess ihr Sackgeld verdient. «Mir gefiel schon damals der Kontakt zu den Menschen und das Reisen.» So führte eines zum anderen: Sie besuchte die Tourismusfachschule in Samedan. Und landete nach ihrem Abschluss bei der Ferienmesse in St. Gallen. Zuerst als Assistentin, nach einem Jahr wurde sie bereits Messeleiterin.

«Hier übe ich eigentlich keinen typischen Tourismusberuf aus. Es geht viel eher unter Eventorganisation, die ich mache. Mit Reisen habe ich wenig zu tun», sagt sie. Doch diese strukturierte Arbeit liege ihr gut. Sie müsse viel organisieren, telefonieren, budgetieren und Kunden akquirieren. Im Moment sei sie vor allem für die grossen und kleinen Messesorgen ihrer Kunden da. «Das Telefon klingelt nonstop», sagt sie. Es sind Aussteller, die noch kurz Standänderungen wollen, die nicht mehr genau wissen, wie ihr Stand nun aussieht, oder die mehr Aussteller-Ausweise brauchen. Bettina Güntensperger nimmt alle Anfragen ernst. «Ich bin dienstleistungsorientiert. Der Kunde ist bei mir König. Und das ist nicht nur ein Spruch», sagt sie und lacht. Denn ihre Mitarbeiter veräppeln sie manchmal, wegen dieser Kunden-Fürsorge. «Sie sagen, ich würde meine Kunden zu sehr verwöhnen.» Doch durch ihre aufmerksame Art habe sie schon manch verärgerten Kunden wieder für sich gewonnen.

Abschalten in der Sauna

Wenn sich Bettina Güntensperger mal nicht um ihre Kunden kümmert und ihre Freizeit geniesst, dann meist mit Freunden oder der Familie. «Wir gehen ins Kino oder essen. Ich habe einen grossen Freundeskreis und den pflege ich gerne.» Abschalten kann sie auch beim Nordic Walking oder in der Sauna. Und natürlich reist die Leiterin der Ferienmesse gerne. Zurzeit am liebsten nach Thailand. «Im Frühling fliege ich wieder dorthin, mit meinem Partner.» Sie möge das Land, weil die Menschen unkompliziert, die Kultur vielfältig und das Essen sehr fein seien. Kein Wunder also, dass Thailand dieses Jahr Gastland der Ferienmesse ist.

Doch bevor die Messeleiterin ihre Ferien geniessen kann, hat sie noch einiges vor: «Ich habe es noch nie geschafft, jedem Aussteller die Hand zu schütteln, vielleicht klappt es dieses Mal. Obwohl, das ist utopisch.» (mvl)





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