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Tagblatt Online
28. Januar 2016, 07:18 Uhr

Den Puls im Bahnhof Nord gefühlt

ST.GALLEN. Gestern haben die Verantwortlichen die Resultate einer Sozialraumanalyse sowie einer Online-Befragung zum Gebiet Hauptbahnhof Nord präsentiert. Ein Grossteil der Befragten spricht sich für einen Erhalt des Spanischen Klubhauses aus.

DAVID GADZE

Das Spanische Klubhaus soll erhalten bleiben, der Freiraum im Gebiet Hauptbahnhof Nord erweitert und Grün- und Aufenthaltsflächen geschaffen werden. Ausserdem wünscht sich die Bevölkerung eine Belebung des Areals mit Läden, Restaurants oder anderen Erdgeschossnutzungen. Gleichzeitig sprechen sich viele für eine Aufhebung des SBB-Parkplatzes zwischen der Lokremise und der FHS aus.

1200 Personen äussern sich

Das sind die Resultate einer Sozialraumanalyse, welche Studierende der Fachhochschule St. Gallen (FHS) von Mitte bis Ende 2015 durchgeführt haben, sowie einer Online-Umfrage der Stadt St. Gallen. Gestern haben Baudirektorin Patrizia Adam, Stadtplaner Florian Kessler und FHS-Dozent Dani Fels, der die Sozialraumanalyse geleitet hat, die Ergebnisse vorgestellt. Diese bilden eine der Grundlagen für das weitere Vorgehen, bei dem die Stadt in einem partizipativen Prozess mit der Bevölkerung das Areal entwickeln will.

Für die Sozialraumanalyse befragten 47 Studenten des Fachbereichs Soziale Arbeit der FHS fünf verschiedene Nutzergruppen im Gebiet Hauptbahnhof Nord: Passanten beziehungsweise «Freizeitnutzende», Anwohner, Schüler und Studenten der Bildungseinrichtungen (FHS, United School Of Sports, und der Celaris-Schule des Kaufmännischen Verbandes), Arbeitnehmer sowie Gewerbe- und Kulturtreibende. Zusammen mit den Teilnehmern der Online-Umfrage haben sich rund 1200 Personen geäussert. Es handle sich jedoch um ein «Stimmungsbild, nicht um eine repräsentative Befragung», sagte Dani Fels.

Unterschiedliche Wünsche

Die Ergebnisse der Befragungen wurden für jede der fünf Nutzergruppen einzeln ausgewertet. Die Resultate zeigen auf, dass die fünf Gruppen durchaus unterschiedliche Wünsche für die Entwicklung des Areals haben und verschiedene Dinge bemängeln. So bewerten Anwohner die Zufriedenheit mit dem Quartier mit acht von zehn Punkten. Von den Studenten hingegen sind 70 Prozent «gar nicht oder wenig zufrieden» oder «mittelmässig zufrieden». Während sich fast ein Drittel der 35 befragten Anwohner zufrieden mit dem bestehenden Angebot an Erdgeschossnutzungen im Quartier zeigt und etwas mehr als ein Drittel für einen Ausbau des kulturellen Angebots plädiert, wünschen sich Studenten vor allem preiswerte Einkaufs- und Verpflegungsmöglichkeiten.

Bahnhofvorfahrt wird angepasst

Ein weiterer Kritikpunkt in den Resultaten der Online-Umfrage ist das Halteverbot für Privatfahrzeuge an der Lagerstrasse. Auch die kostenlose Haltedauer von fünf Minuten an den «Kiss & Ride»-Parkplätzen in der Bahnhofvorfahrt wird als viel zu kurz bemängelt. Stadträtin Patrizia Adam kündigte an, dass sich an der Situation schon bald etwas ändern werde. Ob das Halteverbot aufgehoben oder die Haltedauer in der Bahnhofvorfahrt verlängert wird, liess die Baudirektorin offen.

Öffentliche Diskussion im April

Bis Ende März will das Stadtplanungsamt nun eine «Gesamt-Konklusion» erstellen, zu der nebst den Resultaten der Befragungen auch eine Bestandesaufnahme – also bauliche, rechtliche und historische Fakten und Vorgaben – und Gespräche mit Grundeigentümern gehören. Darauf basierend, findet am 25. April um 19 Uhr in der Lokremise eine öffentliche Diskussion zur Entwicklung des Gebiets Hauptbahnhof Nord statt, das sogenannte «World Café». Diese soll schliesslich in die Testplanung einfliessen. «Partizipation bedeutet Mitsprache, nicht Mitentscheidung», betonte Patrizia Adam gestern.

Noch vor dem «World Café» plant die Stadt eine «Werk-Stadt Bahnhof Nord». Dabei handle es sich um einen «kreativen Bereich», in dem die Bevölkerung frei experimentieren könne, sagte Stadtplaner Florian Kessler. Was das genau heisst und wann diese «Werk-Stadt» stattfinden soll, ist noch nicht klar. Es werde jedoch «kein konzentrierter Anlass von ein paar Stunden» sein, sondern mehrere Tage dauern.



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