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Tagblatt Online, 02. Juni 2008 01:11:29

Das Wort ergriffen

16 Institutionen beteiligten sich am Samstag am ersten St. Galler Literaturfest «Wortlaut»

Zoom

Instant-Geschichten im Keller zur Rose. Andrea Gerster (links) und Monika Slamanig lesen Kurztexte, Lika Nüssli bebildert. (Bild: Bild: Hannes Thalmann)

st. gallen. Das erste Literaturfest war ein Erfolg: Die Erwartungen der Veranstalter seien übertroffen worden, sagt Organisatorin Madeleine Herzog.

Jonathan fisch

Das Wort stand am Samstag während 13 Stunden im Mittelpunkt – und seine Wirkung zeigte Früchte. Die beteiligten 16 Veranstalter ziehen eine positive Bilanz, ihre Erwartungen seien übertroffen worden, wie Madeleine Herzog, Leiterin der Fachstelle Kultur, auf Anfrage sagt. Genaue Besucherzahlen waren gestern Sonntag noch nicht bekannt. Offen ist auch, ob und in welcher Form eine Wiederholung stattfinden würde. Die Rückmeldungen werden in den nächsten Tagen ausgewertet.

Sprachliche Kostbarkeiten

Sicher ist aber, dass das Konzept funktionierte. Am Literaturfest wurde das breite Spektrum der Sprache präsentiert und wer sich auf Entdeckungsreise begab, wurde mit facettenreichen, sprachlichen Kostbarkeiten belohnt. Im Lesesaal der Vadiana präsentierte die Gesellschaft für Deutsche Literatur sinnliche Lyrik Schweizer Literaten, das Theater St. Gallen begab sich in der Lokremise auf die Spuren der «Drei ???» und tauchte mit weiteren Lesungen in den französischen Existenzialismus ein. Im Keller zur Rose wärmten Andrea Gerster und Monika Slamanig Instant-Geschichten auf – um einige Veranstaltungen zu nennen. Der Konsum der Sprache war erfrischend wie der Gewitterregen, der sich am Samstagnachmittag entlud. Ob Comic, Hörspiel, szenische Lesung, Konzerte oder die Begegnung mit Autoren, der Anlass zeigte die Vielfalt des Wortes auf unverkrampfte Weise.

Sprachmeister Gabriel Vetter

Locker ging auch der Poetry Slam in der Grabenhalle über die Bühne, wo Gabriel Vetter vor Renato Kaiser zum Schweizer Meister gekürt wurde. Der Kreuzlinger-Schaffhauser-Basler brillierte mit seinem treffenden Text über das Schicksal der Migros-Kinder, die bereits im Kindergarten den Coop-Zöglingen die Stirn bieten müssen. Zwei ältere Damen im gut durchmischten Publikum hielten sich vor Lachen die Bäuche und bewiesen, dass Berührungsängste mit einem anderen Zugang zur Sprache abgebaut werden konnten.

st. galler kultur/34





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