Tagblatt Online, 06. August 2009 07:00:00
Bermudadreieck wird Marke
St. Galler Bermudadreieck: Jetzt mehr als nur ein Insidername. (Bild: Archivbild: Michel Canonica)
ST.GALLEN. Im Dreieck zwischen Engelgasse und Metzgergasse geht abends die Post ab. Der Ort ist unter dem Festpublikum schon länger als «Bermudadreieck» bekannt. Nun greifen die Wirte diesen Ausdruck für eine Marketingidee auf.
Dennis Egger
Seit einiger Zeit zeichnet sich ab: Das Quartier nördlich des Bohls zwischen Engelgasse und Metzgergasse gewinnt für das etwas ältere Festpublikum zunehmend an Bedeutung. Besonders zwischen «Schwarzem Engel», «Rock Story», «Picante» und «Alt St. Gallen» wird laut und lange gefeiert. Partygänger nennen den Ort schon länger «Bermudadreieck».
Standortmarketing
Nun wird dieser Name auch von Wirten des Quartiers aufgenommen. 23 Gastronomiebetriebe präsentieren sich seit kurzem gemeinsam im Internet unter www.bermuda3eck.ch. Damit wollen sie der gestiegenen Anzahl Gäste Rechnung tragen, wie Initiant Marco Flury, Besitzer des «Picante» sagt. «Es wurde in den vergangenen Jahren viel investiert, und neue Lokale schossen hier zuhauf aus dem Boden. Das St. Galler Nachleben ist dadurch sicher bereichert worden.
Gäste und auch Anwohner sollen wissen, dass wir hier erneut einen wichtigen Ausgangsort geschaffen haben.»
Eine alte Tradition reaktivieren
Bereits seit den 50er-Jahren war die nördliche Altstadt unter dem Namen Bermudadreieck bekannt. Dies wegen des charakteristischen Dreiecks, das Engel-, und Metzgergasse auf dem Stadtplan bilden. Nebst dem Bleicheli sei hier das Zentrum des damaligen Nachtlebens gewesen, so Flury.
Nach Abbruch des Bleicheli sei auch das Bermudadreieck zunehmend in Vergessenheit geraten und hätte seine Vorreiterrolle an die Brühlgasse abgeben müssen. Viele Orte hätten sich seither mit dem Namen geschmückt. «Aber jetzt sind wir bereit, das echte, ursprüngliche Bermudadreieck wiederzubeleben. Wir wollen einen Gegenpol zur Brühlgasse bilden.
Während diese vorwiegend Anziehungspunkt für das Partyvolk zwischen 18 und 25 Jahren geworden ist, wollen wir die etwas Älteren anziehen», sagt Flury.
Nur ein loser Zusammenschluss
Kevin Staffa, Geschäftsführer des «Rock Story» freut sich über die Entwicklung. Ob man jetzt auch enger zusammenarbeitet? Der Zusammenschluss sei vor allem eine PR-Massnahme, man bleibe schliesslich Konkurrenten.
«Aber was nicht ist, kann ja noch werden, vielleicht im geeinten Kampf für die Nachtruhe erst ab 24 Uhr.» Dann könnten Gäste noch unbeschwerter ins Nachtleben des Bermudadreiecks eintauchen.
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