Warm, wärmer, Olma - Händler freuen sich über deutlich mehr Kundschaft

WETTERGLÜCK ⋅ Mit der Olma ziehen meistens dicke Regenwolken über St. Gallen. Nicht so in diesem Jahr. Die Marktschreier am Jahrmarkt freut’s. Doch nicht alle profitieren davon.
19. Oktober 2017, 08:25
Christoph Renn
Kurze Hosen, Sonnenbrillen und der Geruch nach frischer Sonnencreme: Was am Strand der Normalfall ist, passt irgendwie nicht an die Olma. Doch in diesem Jahr machen es die warmen Temperaturen möglich. Und der Wetterbericht verspricht bis am Sonntag weiter Sonnenschein. «So eine schöne Woche habe ich an der Olma noch nie erlebt», sagt Armando Zanella vom Tombola-Stand. Doch nicht alle profitieren von den sommerlichen Temperaturen.

 

Die meisten Marktschreier und Händler schwärmen aber von der diesjährigen Olma. Allen voran Daniel Meier von Börner Gemüsehobel: «Wir haben deutlich mehr Kundschaft als in den Jahren mit kühleren Temperaturen.» Ihn freue aber noch etwas anderes. «Ich friere mir meine Finger an der Olma für einmal nicht ab», sagt er schmunzelnd. Immerhin habe er in seinen über 20 Jahren am Jahrmarkt auch schon vor verschneiten Olma-Besuchern den Hobel vorführen müssen.
 

Am Sonntag blieb es ruhig am Jahrmarkt

Keinen Einfluss hat das warme Wetter hingegen auf die Verkaufszahlen von Rohner Magenbrot. Jedoch schadet es der Erfolgsrechnung auch nicht: «Magenbrot kaufen Leute eher, wenn es unter 20 Grad ist», sagt Patrick Rohner. Jedoch seien so viele Menschen an den Jahrmarkt gepilgert, dass die Rechnung am Schluss wieder aufgeht. «Nur am Sonntag war es etwas ruhiger. Viele Leute haben wohl das schöne Wetter in der Natur genossen», sagt Rohner. Der Marroni-verkauf läuft hingegen auch bei Sonnenschein, wie Loredana Breitenmoser sagt. «Wir mussten sogar schon eine Nachbestellung aufgeben.» Für viele gehören Marroni einfach zum Besuch der Olma dazu. Sie spüre das Wetter jedoch nicht nur bei den Verkaufszahlen, sondern auch bei den Besuchern. «Sie sind in diesem Jahr sehr angenehm. Das hängt sicherlich auch mit dem Wetter zusammen.»

Olma-Zeit ist Jahrmarkt-Zeit. Von der Achterbahn über das Magenbrot bis zur Kunst aus dem Airbrusher: Impressionen vom St.Galler Herbstjahrmarkt.

Mindestens ein Tag Regen pro Olma

Armando Zanella vom Tombola-Stand des Schweizerischen Marktverbands, Sektion Ostschweiz, kommt gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus: «Ich kann mich an keine vergleichbare Olma erinnern», sagt er. Bisher habe es immer mindestens an einem Tage geregnet oder gar geschneit. Deshalb würden die Lose in diesem Jahr besonders gut laufen. Und er beruhigt alle diejenigen, die es bisher noch nicht an den Jahrmarkt geschafft haben: «Wir haben noch genug Preise.»

Am 12. Oktober wurde die 75. Olma eröffnet. Bis am 22. Oktober weht wieder der Duft von Bratwurst, Magenbrot und gebrannten Mandeln durch St.Gallen. Vom ersten Tag an war die grösste Publikumsmesse der Schweiz ein Besuchermagnet.


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