Tempo-30-Teppich ist in der Stadt St.Gallen fast fertig

VERKEHR ⋅ In fast 80 Prozent aller möglichen Gebiete der Stadt St. Gallen gilt bereits Tempo 30. Noch dieses Jahr sollen weitere folgen, auch Begegnungszonen in den Quartieren sind geplant.
17. April 2018, 13:09
Luca Ghiselli

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Viele Quartiere in der Stadt St. Gallen sind bereits verkehrsberuhigt: In 48 von insgesamt 62 Gebieten wurde die maximale Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern eingeführt. Und doch gibt es da und dort noch einige blinde Flecken auf der Tempo-30-Karte des städtischen Tiefbauamts.

Das liegt einerseits an hängigen Einsprachen, zum Beispiel in St.Georgen, andererseits an der langen Warteliste. Und dann gibt es Quartiere, in denen die Stadt nicht von selbst aktiv wird, sondern auf ein konkretes Begehren der jeweiligen Quartiervereine wartet.

Im Krontal die Älteste, in der Innenstadt die Jüngste

Mehr als 26 Jahre ist es her, dass in der Stadt St.Gallen die erste Tempo-30-Zone eingeführt wurde. Im Krontal, südlich der Rorschacher Strasse, war das. Seither folgten fast 50 weitere Gebiete. «Die Einführung von Tempo-30-Zonen in den Quartieren ist weit fortgeschritten», sagt Christian Hasler, Bereichsleiter Verkehr beim städtischen Tiefbauamt. So wurde kürzlich auch der letzte Abschnitt der Schorenstrasse zur Tempo-30-Zone, seit vergangenem September gilt zwischen David- und St.Leonhard-Strasse dasselbe Regime und auch auf der Bruggwaldstrasse soll 2019 ein weiterer Abschnitt hinzukommen. Der Temporeduktion vorausgegangen war eine Umfrage unter Anwohnern.

In den nächsten Jahren soll in jenem Teil von St.Georgen, in dem noch nicht Tempo 30 gilt, Abhilfe geschaffen werden. Dies betrifft unter anderem die Tetznerstrasse, das Gebiet Etzelbünt sowie St. Georgen Süd und die St. Georgen-Strasse, wobei Letztere durch Einsprachen immer noch blockiert ist. Später soll auch die bestehende Zone auf der Wassergasse ausgedehnt werden. Und dann ist noch die Frage nach der Gerhaldenstrasse offen – der Postulatsbericht steht noch aus.

Tempo 20 in den Quartieren prüfen

In der nächsten Zeit werden aufgrund von Wünschen aus den Quartieren auch Begegnungszonen mit Tempo 20, wie sie bereits in weiten Teilen der Innenstadt bestehen, in den Aussenquartieren geprüft. Im Gespräch sind unter anderem die Tschudistrasse, die Hebelstrasse und die Metallstrasse. «Im Stadtrat wurden die Rahmenbedingungen für mögliche Begegnungszonen festgelegt. Nun geht es um die konkrete Prüfung der Einführung», sagt Hasler. Doch nicht nur in den Quartieren könnte sich in den kommenden Jahren einiges tun.

Zu Lärmschutzzwecken werden in jüngster Zeit auch immer wieder Tempo-30-Zonen auf dem übergeordneten Strassennetz gefordert – zuletzt zum Beispiel auf der Rosenbergstrasse. «Im etappierten Realisierungsplan der Tempo-30-Zonen sind diese Ideen nicht erfasst», sagt Hasler. Und schliesslich gebe es auch noch Quartiere, bei denen das Tiefbauamt noch abwartet. Dazu gehört das Lerchenfeld und St.Fiden-Grossacker.