Städtevergleich: Nur in St.Gallen nimmt der Autoverkehr zu

MOBILITÄT ⋅ Die sechs grössten Deutschschweizer Städte Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich haben ihre Mobilität verglichen. Eine der Auffälligkeiten: In der Stadt St. Gallen ist der Fussgängeranteil hoch - das Auto aber immer noch Hauptverkehrsmittel.
02. November 2017, 13:52
Seit der Publikation des ersten Städtevergleichs zum Thema Mobilität vor fünf Jahren sei die Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner sowie der Beschäftigten in allen sechs Städten gestiegen, heisst es in der Mitteilung der Stadt St. Gallen vom Donnerstag.

Trotzdem habe die Fahrzeugmenge beim motorisierten Individualverkehr (MIV) in fünf Städten abgenommen. Die Ausnahme ist die Stadt St. Gallen: Dort hat der Autoverkehr leicht zugenommen. Gemeinsam ist aber, dass alle Städte eine Zunahme bei den ÖV-Passagieren und den Velofahrenden verzeichnet haben.
 

Weniger Autobesitzer in grossen Städten

Die meisten Ähnlichkeiten weisen die drei Grossstädte Basel, Bern und Zürich auf. Dort ist der Anteil des öffentlichen Verkehrs und des Fuss- und Veloverkehrs mit 77 Prozent überdurchschnittlich hoch. Zudem besitze in Basel und Zürich nur jede dritte Person ein Auto, schweizweit sei es im Durchschnitt jede zweite Person.

St. Gallen ist die kleinste Stadt im Rahmen des Städtevergleichs. Die Stadtbevölkerung bewältige 34 Prozent der Wege zu Fuss und belege damit den Spitzenplatz, heisst es in der Studie.

Das Hauptverkehrsmittel in St. Gallen sei aber das Auto. Mit einem Anteil von 35 Prozent an den zurückgelegten Wegen liege die Stadt an erster Stelle. Der Veloanteil sei wie in anderen Schweizer Städten leicht gestiegen, betrage aber lediglich vier Prozent. Damit liege St. Gallen als einzige Stadt deutlich unter der Marke von zehn Prozent.

Ein weiteres Resultat: Die Luftschadstoffbelastung ist in keiner anderen Stadt so gering wie in St. Gallen. Die Erkenntnisse aus der Studie dienten als wichtige Grundlagen für verkehrsplanerische Überlegungen, heisst es in der Mitteilung.
 

Lob von Umweltorganisation 

Auf den Städtevergleich reagiert hat die Umweltorganisation umverkehR: Der Autoverkehr habe in St. Gallen seit 2010 nur leicht zugenommen, heisst es in einer Mitteilung. Die Verkehrszunahme könne mit dem ÖV, dem Fuss- und Veloverkehr abgewickelt werden.

Gleichzeitig sei der Anteil autofreier Haushalte seit 2010 von 33 auf 39 Prozent gestiegen. Die 2010 an der Urne angenommene Städte-Initiative zeige Wirkung, die Umsetzung befinde sich auf Zielkurs, so umverkehR. (sda)

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