Stadtrat hält an Mehrwegbechern fest

DEPOT ⋅ Die Stadtparlamentarier Etrit Hasler und Karin Winter-Dubs wollen wissen, ob Mehrwegbecher noch zeitgemäss sind. Von einem neuen Bericht dazu sieht der Stadtrat ab.
04. Januar 2018, 07:59

In St. Gallen werden bei Grossanlässen depotpflichtige Mehrwegbecher verwendet. Um diese Becher dreht sich das Postulat «Mehrwegbecher – zeitgemäss oder nicht?». Eingereicht hatten es die Stadtparlamentarier Etrit Hasler (SP) und Karin Winter-Dubs (SVP). Sie verlangten vom Stadtrat einen Bericht über die Erfahrungen mit dem Mehrwegsystem. Weiter sollte der Stadtrat mögliche Alternativen dazu prüfen. Hasler und Winter-Dubs wollten wissen, ob es heute Produkte gibt, die eine bessere Ökobilanz als Mehr­weg­becher aus Plastik aufweisen.

Der Stadtrat aber sieht keine Veranlassung, das im Jahr 2015 eingeführte Mehrwegsystem erneut zu überprüfen. Das System sei erst 2013 grundlegend geprüft worden und die Ergebnisse jener Erfolgskontrolle seien nach wie vor aktuell, begründet er. Die 2013 durchgeführte Erfolgskontrolle habe gezeigt, dass die Mehrwegbecher einen Beitrag zu sauberen Veranstaltungen leisten. Der Stadtrat weist etwa auf das St. Galler Fest hin. So betrug die durchschnittliche Abfallmenge pro Besucher ohne Mehrwegbecher 340 Gramm. Mit Mehrwegbecher betrug die Menge 120 Gramm. Weiter habe eine Studie im Auftrag der Schweiz, Österreich und Deutschland nachgewiesen, dass ein Mehrwegbechersystem allen Einweglösungen aus Umweltschutzsicht deutlich überlegen sei.

Zwar könne davon ausgegangen werden, dass in den nächsten Jahren Getränkebecher weiterentwickelt werden, schreibt der Stadtrat weiter. Angesichts der «klaren ökologischen Vorteile der Mehrweglösung» sei jedoch kaum zu erwarten, dass Wegwerfbecher in der nahen Zukunft ökologischer als Mehrwegbecher sein werden. «Selbstverständlich» aber würden technische Fortschritte laufend verfolgt sowie neue Produkte oder Systeme überprüft werden. (woo)