Der St.Galler Stadtrat rechnet für 2018 mit einem Minus von knapp zehn Millionen Franken

BUDGET ⋅ Der St.Galler Stadtrat hat heute den Voranschlag 2018 vorgestellt. Erwartet werden steigende Einnahmen und Ausgaben. Bei einem Gesamtaufwand von knapp 592 Millionen Franken wird ein Minus von 9,7 Millionen erwartet.
Aktualisiert: 
30.10.2017, 10:00
30. Oktober 2017, 10:07
Dieser Aufwandüberschuss sei im Hinblick auf den Ausbau diverser Leistungen zum Wohl der Bevölkerung tragbar, schreibt die Stadt in einer Medienmitteilung. Dies, sofern die Einnahmen in den kommenden Jahren weiter gesteigert werden können. Das Defizit würde somit um 5,7 Millionen Franken höher ausfallen, als im Budget 2017. Für finanzpolitische Massnahmen oder Steuerreduktionen bleibe deshalb kein Spielraum. Zusätzliche Abschreibungen oder Einlagen in Vorfinanzierungen des Allgemeinen Haushalts seien keine geplant.
Unbefriedigend sei die Unterdeckung von 31,1 Millionen Franken in der Investitionsrechnung, welche die Verschuldung weiter ansteigen lässt. Sparen lasse sich bei der Investitionsrechnung kurzfristig aber nicht, denn schon in der Vergangenheit sei bei den Investitionen Zurückhaltung geübt worden - diese forderten nun ihren Tribut, wie es weiter im Communiqué heisst. Ab 2019 müsse mit einem Anstieg der jährlichen Investitionsausgaben auf rund 70 Millionen Franken gerechnet werden. Auch mit einer disziplinierten Ausgabenpolitik werde es damit in den nächsten fünf Jahren kaum möglich sein, die nötigen Mittel bereitzustellen, um die Schuldenlast der Stadt St.Gallen zu vermindern.

Die Selbstfinanzierung der Investitionen decke lediglich noch 53,4 Prozent der geplanten Nettoinvestitionen, schreibt der Stadtrat weiter. Das mittelfristig angestrebte Ziel müsse aber eine Selbstfinanzierung von 100 Prozent oder mehr sein. Der niedrige Selbstfinanzierungsgrad im Budget 2018 müsse allerdings im Hinblick auf wichtige Investitionsprojekte - etwa bei Schulen, Langsamverkehr und Fernwärme - akzeptiert werden.

Der Gesamtaufwand steigt gegenüber dem Budget 2017 um 3,2 Prozent, was vor allem auf steigende Konsumausgaben zurückzuführen sei. Wachstum gibt es auch bei den Erträgen, auch wenn sie nicht mit den Ausgaben mithalten können. 

Das Stadtparlament berät den Budget-Entwurf am 12. Dezember. (sk/jw)

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