Shopping Arena behauptet sich

ST.GALLEN ⋅ Vor zehn Jahren eröffnete Ikea als erstes Geschäft in der Shopping Arena die Türen. Die Shopping Arena gehört mittlerweile zu den erfolgreichen Einkaufszentren der Schweiz. Der Argwohn der lokalen Gewerbetreibenden war damals aber gross.
29. September 2017, 06:59
Elisabeth Reisp

Elisabeth Reisp

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@tagblatt.ch

Genau vor zehn Jahren eröffnete die Ikea bei der Shopping Arena. Ein halbes Jahr bevor das eigentliche Einkaufszentrum unter dem Fussballstadion eröffnete. Der gelb-blaue Möbelriese lockt seither Kunden vom Thurgau bis Graubünden und von Vorarlberg bis ins Toggenburg in das Einkaufszentrum im Westen der Stadt. Nächsten Frühling wird die Shopping Arena ihr Jubiläum mit viel Brimborium feiern. Zuerst einmal läutet das Einkaufscenter den Herbst ein. Ab heute Freitag bis Sonntag findet das dreitägige Arena-Fest statt. «Zum Ferienauftakt wollen wir den Familien ein Programm in der Shopping Arena bieten und einen Sonn­tagverkauf ermöglichen», sagt Fabienne Diez, Assistentin der Geschäftsleitung.

Die Shopping Arena lässt sich viel einfallen, um die Besucher in die Geschäfte zu bringen. Schliesslich steckt der Detailhandel in einer ausgemachten Krise, und der Verdrängungskampf gerade in der Modebranche ist gnadenlos. Die Einkaufszentren auf der grünen Wiese werden von Marktbeobachtern schon lange als Auslaufmodell abgetan. Die Shoppingcenter der Schweiz mussten im vergangenen Jahr Umsatzeinbussen von 1,9 Prozent hinnehmen. Die Shopping Arena schlägt sich im schweizweiten Vergleich aber wacker.

Nur drei Shoppingcenter ohne Umsatzeinbusse

Die Shopping Arena gehört zu den ganz wenigen, die ihren Umsatz haben halten können. Dies gelang nur dem «Westside» in Bern, und dem «Zugerland» in Steinhausen, das als einziges Einkaufszentrum den Umsatz sogar steigern konnte.

215 Millionen Franken weist die Shopping Arena im letzten Jahr an Umsatz aus. Damit steht sie laut Erhebung des Marktforschungsinstituts GFK an achter Stelle der umsatzstärksten Shoppingcenter in der Schweiz. Unangefochtener Spitzenreiter ist nach wie vor das Glattzentrum in Wallisellen – was den Umsatz anbelangt (601 Millionen) und ebenso so bei der Verkaufsfläche (43000 Quadratmeter). Doch selbst das Glattzentrum setzte letztes Jahr weniger um.

Auf den ersten Blick mag die Stabilität der Shopping Arena überraschen. Die Shopping Arena verfügt mit der Ikea und dem Fussballstadion aber über zwei Trümpfe, die in dieser Kombination zumindest in der Schweiz einmalig sind. Beide seien wichtige Partner, sagt Center-Manager Marc Schäfer. «Vor allem zu Beginn, als die Shopping Arena noch keine bekannte Marke war, konnten wir stark von ihnen profitieren.» Denn anfangs habe es einen Moment gedauert, bis sich die Leute an die neue Einkaufsmöglichkeit gewöhnt hätten. «In der Ostschweiz braucht es immer etwas mehr Zeit.» Mittlerweile sei die Marke «Shopping Arena» aber gut etabliert, und die drei Partner würden alle gleichermassen von einander profitieren.

Doch Fussballstadion und Möbelriese sind nicht die einzigen Gründe, weshalb seit ihrer Eröffnung nicht einmal ein Ladenlokal in der Shopping Arena leerstand. «Wir versuchen den Kunden immer wieder etwas zu bieten», sagt Schäfer. Nur Einkaufsmöglichkeiten alleine genügen nicht mehr. «Wir steuern bewusst Richtung Family-Entertainment und Gastronomie.» Mit dem Indoor-Spielplatz Bambolino sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung gelungen.

Einkaufszentrum bedient ein anderes Publikum

Noch vor der Eröffnung des Einkaufszentrums vor zehn Jahren war die Aufregung bei den lokalen Gewerbetreibenden gross. Befürchtungen, dass die Kundschaft an den Stadtrand ausweicht, wurden laut. Die Sorge um das Gewerbe zog weite Kreise. Bis nach Herisau befürchteten Gewerbevertreter negative Auswirkungen. Auch die Detaillistenvereinigung, die damals noch Pro Stadt hiess, beobachtete die Entwicklung am westlichen Stadtrand mit Argwohn, sagt Ralph Bleuer, jetziger Präsident von Pro City. Ob die Shopping Arena aber tatsächlich eine Konkurrenz für die Innenstadt ist? «Das ist nicht messbar», sagt Bleuer. «Das Einkaufszentrum war ein Feindbild.» Jetzt, zehn Jahre später, sei dies nicht mehr spürbar. «Das Einkaufszentrum zieht auch mehrheitlich ein anderes, nämlich jüngeres Publikum an, als die Innenstadt».

Andere Probleme haben sich in der Zwischenzeit in den Vordergrund gedrängt. Heute kämpfen alle gegen dieselben neuen «Feindbilder»: Einkaufstourismus und Onlineshopping.


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