Pro Bahn übt Kritik an der "völlig unternutzten" neuen St.Galler Bahnhofshalle

ST.GALLEN ⋅ In der Bahnhofshalle werde Platz verschenkt, dafür drängten sich die Passagiere im Reisezentrum: Pro Bahn Ostschweiz hat nicht nur Freude am Umbau des Bahnhofs St.Gallen - und verlangt von den SBB Massnahmen.
23. November 2017, 11:58
Die neue Bahnhofshalle in St.Gallen wurde erst am vergangenen Freitag eröffnet und schon gibt es Kritik: "Wie von Pro Bahn schon im Vorfeld befürchtet, ist der Umbau des Hauptbahnhofs St.Gallen nur zum Teil gelungen", schreibt die IG in einem Communiqué.  Die grosse Schalterhalle sei zwar schön renoviert, aber völlig unternutzt. Abgesehen von zwei Gastronomiebetrieben werde den Reisenden nichts geboten. "Es fehlen hier mindestens einige Sitzgelegenheiten und Abfahrtsinformationen von Bussen und Appenzeller Bahnen", heisst es weiter.

Das wichtigste Argument für das neue Reisezentrum in der Passage sei immer gewesen, dass dort alle Dienstleistungen angeboten werden könnten. Das treffe aber nur beschränkt zu. Der Warteraum sei mit zwölf Sitzplätzen viel zu klein und für Gepäck bleibe kaum Platz. Der knappe Raum werde überdies auch von Nicht-Reisenden genutzt.

Eigentlich könnte im Reisezentrum auch Fluggepäck aufgegeben werden. Die Möglichkeiten, mit schwerem Gepäck vorzufahren, sei aber kaum vorhanden. Die beiden dafür vorgesehen Parkplätze seien meist besetzt - von Fahrern, die auf andere Reisende warteten oder im Bahnhof einkauften. 

Am Freitag schlendern erstmals Pendlerinnen und Pendler durch die frisch sanierte Bahnhofshalle in St.Gallen. "Tagblatt online" konnte bereits einen Blick in die Halle und die beiden neuen Restaurants, die "Chickeria" und "Yooji's" werfen. (Bilder: Ralph Ribi)

Pro Bahn Ostschweiz erwartet deshalb, dass die SBB diese Probleme angeht und den Bahnhof St.Gallen wieder "zu einem praktischen Bahnhof für die Kundinnen und Kunden des öffentlichen Verkehrs" machen. (pd/jw)

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