Oskar Fritschi gestorben: St.Gallen verliert ein echtes Stadtoriginal

TODESFALL ⋅ Wie erst jetzt bekannt wurde, ist bereits vor einer Woche Oskar Fritschi 89-jährig gestorben. Mit «Ösgi», wie er für seine Freunde hiess, ist nicht nur ein liebenswürdiger Mensch, sondern ein echtes St.Galler Stadtoriginal mit grossen Verdiensten um die Kultur und die Fasnacht abgetreten.
12. Februar 2018, 17:26
Reto Voneschen
Oskar Fritschi wurde am 30. März 1929 in St.Gallen geboren. Er blieb seiner Vaterstadt ein Leben lang treu und engagierte sich stark für deren kulturelles Leben. Der gelernte Buchhalter war von 1967 bis 1991 Verwaltungsdirektor des damaligen Stadttheaters St.Gallen. Er half unter anderem mit, im Frühling 1968 den Umzug vom alten Theaterhaus am Bohl in den Neubau im Stadtpark zu bewältigen.

Neben- und ehrenamtlich war «Ösgi», wie Oskar Fritschi für Familie und Freunde hiess, in vielen Institutionen tätig. Unter anderem war er 50 Jahre lang Mitglied der Stadtmusik St.Gallen. 46 Jahre lang amtete er als Finanzchef der Kellerbühne. Die gleichen Funktionen übte er unter anderem auch für die Olma und den Konzertverein aus. 1971 übernahm Fritschi auch noch den Kostümverleih Jäger, den er zusammen mit den dort arbeitenden Frauen, den «Jägergirls» wie er sie nannte, zu neuer Blüte führte.

Der grosse Einsatz von Oskar Fritschi wurde am 4. Februar 1989 mit dem fasnächtlichen Titel eines Ehren-Födlebürgers gewürdigt. Und als Ehren-Föbü Oskar XVI. war er seither immer an der Fasnacht präsent. Seine Aufritte als «Oskarajan» zusammen mit der «Kleinen Stadtmusik» an den Föbü-Abenden sind bis heute legendär. Genau so wie die von ihm dafür inszenierten, zelebrierten und dirigierten Werke mit so klangvollen und ironischen Titeln wie «Tragischer Jubelmarsch» oder «Schofseckelwalzer».

Die Abdankungsfeier für Oskar Fritschi findet am Freitag, 16. Februar, 10 Uhr, in der Kapelle des Ostfriedhofs statt.
 

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